HOME

Trend aus England: Warum diese Frisur an Schulen verboten wird - und alle über ihren Namen rätseln

Auf den Köpfen englischer Kinder und Jugendliche ist sie groß in Mode: die sogenannte "Meet me at McDonald's"-Frisur. Eine Schule greift deshalb jetzt zu einer drastischen Maßnahme.

"Meet me at McDonalds"-Frisur

Trend auf dem Kopf: Fußball-Weltstar Neymar mit der "Meet-me-at-McDonald's"-Frisur

Picture Alliance

Haarige Trends können eine hässliche Angelegenheit sein. Man denke nur an den guten alten Vokuhila, der vom 80er-Jahre-Bono ebenso stolz getragen wurde wie von Rostocker Bundesligafußballern Anfang der 90er. Oder der seltsame blondgefärbte Iro, kurz nach der Jahrtausendwende populär gemacht von Stars wie David Beckham oder Robbie Williams. Von der britischen Insel droht nun eine neue Vorzeigefrisur aufs europäische Festland überzuschwappen: der berüchtigte "Meet me at McDonald's"-Cut. Man könnte ihn in Anlehnung an seinen berühmten Vorgänger auch SeKuObLa - seitlich kurz, oben lang - nennen.

Der Schnitt - an den Seiten kurzrasiert, oben ein längerer und gerne auch gelockter Mopp, der in die Stirn fällt - hat seinen optischen Ursprung in der New-Romantic-Welle der frühen 80er mit Bands wie Spandau Ballet. Jetzt ist er auch bei den Kids der britischen Arbeiterklasse angekommen - und so populär, dass die Verantwortlichen einer Schule in Great Yarmouth sich genötigt sahen, die Reißleine zu ziehen: Wer mit dem "Meet me at McDonald's"-Haarschnitt in der Schule auftauche, werde nach Hause geschickt oder müsse mit Strafen rechnen, berichten zahlreiche englische Medien.

"Meet me at McDonald's"-Verbot: "Lächerlich"

Mit einem entsprechenden Brief habe sich der Schulleiter an die Eltern gewendet - zusätzlich versehen mit einer Liste sieben weiterer Frisuren, die ab sofort verboten seien (darunter u. a. "exzessive" Länge und tief ins Gesicht gekämmte Haare). Bei den Eltern habe das Schreiben vor allem Unverständnis hervorgerufen, das einige Mütter auch über die sozialen Medien kundtaten. Eine von ihnen habe den kontroversen Brief online gepostet und bezeichnen ihn als "absolut lächerlich".

Aber woher kommt der Name "Meet me at McDonald's" überhaupt - und was soll er bedeuten? Darüber rätseln so ziemlich alle großen Medien in England schon seit Tagen. Die kurze Antwort auf die Frage ist: Keiner weiß es so genau. Verschiedene Friseure wurden zum Phänomen befragt, haben aber "absolut keine Ahnung", was es mit dem Namen auf sich hat. Dass sich die Träger der Frisur bevorzugt bei McDonald's treffen, kann deshalb nur vermutet werden und entbehrt als Verallgemeinerung jeder Grundlage.

13-jähriger Rapper als Trendsetter?

Vielleicht ist "Meet me at McDonald's" auch einfach gar nicht der adäquate Name: Der 13-jährige Rapper Little T trägt die Haare ebenfalls an den Seiten kurz und oben strubbelig - und soll deshalb mitverantwortlich sein für den aktuellen Hype. Als möglicher Nachweis diene hier ein Blick auf seinen Instagram-Account:

Family meal

Ein Beitrag geteilt von Katie💙💙💙 (@joshtate3211) am

Little T erklärt gegenüber der Boulevardzeitung "The Sun", dass die Frisur eigentlich gar nicht "Meet me at McDonald's" heiße, sondern "Little T Haircut". Der Teenager aus Blackpool, der für seine kontroversen und obszönen Rap-Lyrics bekannt ist, hat den Schülern der vom Verbot betroffenen Schule auch gleich mal öffentlich Mut zugesprochen: Sie sollen sich nicht vorschreiben lassen, wie sie ihre Haare zu tragen haben. Er selbst habe wegen seiner Frisur nie Probleme mit den Lehrern gehabt. Allerdings sei er auch seit der 7. Klasse nicht mehr in die Schule gegangen.

tim