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Politik: #Instarama

Regenbögen sind flüchtig. Niemand weiß, wo es wie viele gibt. Meteorologen können sie nicht erfassen. 300 Millionen Instagram-Nutzer hingegen schon: Sie sehen einen Regenbogen, fotografieren ihn und teilen ihn mit Hashtag #regenbogen.

Text & Konzept: Tin Fischer | Code: David Goldwich

Will man wissen, wo es die meisten Regenbögen gibt, muss man Instagram anzapfen. Das war unser Gedanke. Damit fing alles an. Wir, das sind David und ich. Er Programmierer, ich Journalist.

Wir saßen also letzten Sommer am Küchentisch von Davids WG in Friedrichshain. Draußen war alles andere als Regenbogenwetter. Drinnen schrieb David an der Software, mit der wir hofften, mehr über Regenbögen zu erfahren.

Es funktioniert so: Über die API von Instagram, eine Art Lieferanteneingang eines Sozialen Netzwerks, lädt es Daten öffentlich zugänglicher Fotos mit einem bestimmten Hashtag herunter (später haben wir es dann noch auf geografische Punkte und User erweitert).

Die Bilder selber interessierten uns in der Regel nicht. Wir schauten nur auf Benutzername, Aufnahmezeitpunkt, Geodaten (falls aktiviert), Bildunterschrift, wer es wie kommentiert hat und so weiter. So sah das aus, als wir #regenbogen runterluden:

Datenanalyse ist jedes Mal eine Reise ins Unbekannte. Man hat vielleicht eine vage Idee, wo man Interessantes finden könnte. Aber dann muss man einfach ausprobieren. Gibt es vielleicht in den Alpen, wo das Wetter schnell umschlägt, mehr Regenbögen als im flachen Norden?

Unsere Software machte nur den Download. Für die Analyse nutzten wir eine Reihe von weiteren Programmen, manche kennt jeder (Excel, Google Tables), andere sind wohl eher Informatikern (SQLite-Browser), Geografen (QGIS) oder Linguisten (AntConc) ein Begriff.

Mit der Geografie-Software QGIS übertrugen wir als erstes jene #regenbogen-Fotos mit Geodaten auf eine Karte. Damit nicht einfach dort, wo viele Menschen leben, auch die meisten Fotos sind, dividierten wir die Anzahl durch der Bevölkerung im Landkreis:

Tja. Falsche Fährte. Das Resultat war zwar schön bunt, aber eine Sackgasse. Kein Nord-Süd-Gefälle, keine Tendenz zu den Alpen oder zu Gewässern.

Nächster Versuch. Wir warfen einen Blick in die Bildunterschriften. Die häufigsten Emojis darin sind nicht sonderlich überraschend. Mit dem Linguistik-Programm AntConc erstellten wir noch eine Rangliste der häufigsten Wörter. Leider auch nichts überraschendes: regenbogen, rainbow, regen, sonne, love, rain, bunt, sky etc. Und auch die häufigsten aufeinander folgenden Wörter, die so genannten N-grams, sind nicht weiter spannend: »over the rainbow«, »Am Ende des Regenbogens…«, »Wer den Regenbogen will, muss den Regen in Kauf nehmen«, »Wo ist der Goldschatz / Topf mit Gold?« – Letzteres hätten wir auch gerne gewusst.

Weiterer Versuch. Vielleicht gibt es im Herbst mehr Regenbögen als im Sommer? Das geht mit einer einfachen Datenbankabfrage. Und oha, siehe da:

Wir hatten eine Spur. Mai und August sind womöglich Regenbogenhochsaison.

Aber sind sie das wirklich? Das gefährlichste bei Datenanalyse sind Artefakte: Muster in den Daten, die man für relevant hält, aber zufällig entstanden und damit bedeutungslos sind. Selbst Profis führen diese Fata Morganen immer wieder in die Irre. Geschweige denn uns.

Artefakte entstehen beispielsweise durch Raschen in den Daten, also Material, das man eigentlich nicht im Datensatz haben möchte. Spam zum Beispiel. Oder Hashtags haben unterschiedliche Bedeutungen. Oder kommen (wenn englischsprachig) aus sehr unterschiedlichen Ländern.

Im Falle von #regenbogen haben wir noch ein paar Regenbogen-Kuchen im Datenset. Sie sind aber nicht weiter tragisch, denn sie haben keine saisonalen Ausschläge. Die Kurve hat durch sie einfach ein bisschen Kuchenbodensatz. Ein wenig drückt der Christopher Street Day im Juli die #regenbogen-Zahl noch nach oben. Allerdings mit nur sehr wenigen Daten.

Sicherheitshalber hatte David aber noch ein Programm gebaut, mit dem wir durch tausende Bilder scrollen und jedes anklicken können, das nicht in die Datenbank gehört. So saß er abends auf dem Balkon und beurteilte tausende #regenbogen-Bilder nach ihrem Inhalt. Die Kurve blieb stabil.

So also entstand entstand unsere erste Grafik:

Wir fanden sie lustig. Und dann dachten wir, dass man mit der Methode eigentlich noch mehr untersuchen könnte, als nur Regenbögen. Und so passierte ungefähr das mit uns:

Wir begannen einen Hashtag nach dem anderen runterzuladen und stürzten in die wundersame Welt von Instagram: #sonnenuntergang, #betrunken, #glücklich, #swag, #backpacker, #babybauch, #depression, #foodporn – unzählige sollten es über Monate werden, die wir nachts in unseren Küchen mit unseren MacBooks runterluden und an den Wochenenden analysierten.

Ein erstes Resultat findet ihr in der aktuellen NEON-Ausgabe.


Den kompletten Text »Instagram-Leaks« lest ihr in derAusgabe 06/15 von NEON und auch digital für das Tablet auf iOS und Android. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.