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Politik: »Oh Gott, ich bin schwul«

Wie liberal ist Deutschland heute wirklich, wenn es um Homosexuelle geht? Um das zu berurteilen, muss man wissen, wie die Konservativen ticken. Unser Autor hat in katholischen Kirchen gebeichtet, dass er schwul ist.

Protokolle: Philip Hauner | Fotos: Daniel Delang

Thomas Hitzlsperger ist nicht nur deutscher Fußballmeister und 52-maliger deutscher Nationalspieler, sondern auch ein Rebell, ein ­Vorbild und ein Held. Im Januar 2014 hat sich Hitzlsperger als homosexuell geoutet. Seither kann er sich vor dem Lob, das über ihn hereinbricht, kaum mehr retten. »Respekt!« titelte die »Bild«, die Bundesregierung gab eine fast schon hymnische Stellungnahme ab, und der britische ­Premierminister David Cameron sagte: »Ich habe immer bewundert, was Thomas Hitzlsperger auf dem Feld geleistet hat – aber heute ­bewundere ich ihn noch mehr.«

Die Hysterie, die um Hitzlsperger entstanden ist, zeigt aber auch: Es gilt nicht als normal, schwul zu sein – sonst würden Medien und Politiker nicht so viel und so aufgeregt darüber reden. Und so ungeschickt. Warum etwa versprach DFB-Präsident Wolfgang Niersbach »jede erdenkliche Unterstützung«, als wäre Hitzlsperger schwer krank? Ist die Debatte um Hitzlsperger kein Zeichen für Fortschritt, sondern dafür, dass unsere Gesellschaft gar nicht so liberal, fortschrittlich und modern ist, wie sie sich gern sieht?

Vermutlich gibt es nur einen Ort, an dem ein Schwuler noch ­weniger willkommen ist als in einem ausverkauften Fußballstadion: in einer katholischen Kirche. Zwar hat Papst Franziskus gesagt: »Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?« Aber in der Bibel steht immer noch: »Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.« Anfang 2014 sprachen sich zwei Diözesen gegen einen Lehrplanentwurf aus, der ­vorsieht, dass an baden-württembergischen Schulen das Thema »sexu­elle Vielfalt« stärker behandelt wird. Und immer wieder findet sich ­irgendwo auf der Welt ein hoher katholischer Würdenträger, der Homosexualität als »heilbar« oder als »Sünde«, bezeichnet. Wie denkt eigentlich die katholische Basis, das Bodenpersonal des Herrn, über Homosexualität?

Austreten will Philip Hauner aus der katholischen Kirche nicht, denn er meint: »Die Kirche steht auf der Seite der sozial Schwachen.«

Unser Autor Philipp Hauner wollte das genau wissen. Hauner ist schwul und hat im katholischen Kernland der Bundesrepublik, in Bayern, Beichtstühle aufgesucht und sich zum Männersex bekannt. ­Hauner hat direkt nach der Beichte die Gespräche protokolliert. Die Namen der Pfarrer nennen wir selbstverständlich nicht. Bei den Beichten, die auf dem Land oder in einer kleinen Stadt mit nur wenigen Kirchen stattfanden, belassen wir es bei ungefähren Ortsangaben, damit die Geistlichen nicht identifizierbar sind.


»Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal«
Eine Kleinstadt im Osten Bayerns. Die Kirche ist schmucklos, sie wurde in den 1960er-Jahren gebaut. Der Beichtstuhl liegt versteckt in einem Winkel. Ich betrete ihn und sage dem Pfarrer, dass ich schwul bin. Der Pfarrer schweigt, dann räuspert er sich und sagt:

Ich würde Ihnen jetzt einfach mal raten, eine Phase der Klärung herbeizuführen für sich selber. Weil vielleicht ist es einfach nur eine Phase.
Das Begehren nach Männern fühle ich schon länger. Papst Franziskus hat sich ja positiv über Schwule geäußert. Gibt es nicht eine Möglichkeit, meine sexuelle Orientierung mit dem Leben als Christ in Einklang zu bringen?
So wie ich die Aussage des Papstes ver­standen habe, und ich denke, so ist sie auch zu verstehen, geht es darum, dass die Frage des Umgangs angesprochen ist. Die Kirche und ihre Priester sollen einfach Menschen, die in einem sündhaften Zustand leben – und das ist ein Zustand, in dem Sexualität außerhalb der Ehe gelebt wird – nicht verurteilen oder aussondern.
Können Sie da ein wenig konkreter werden?
Er meint damit, man solle diesen Menschen gegenüber barmherzig sein, sie respektieren und als Menschen und Individuen annehmen. Das alles heißt aber nicht, dass diese konkrete Verhaltensweise oder Lebensführung gutgeheißen wird. Da muss man einfach einmal unterscheiden. Ich denke, der Papst hat das auch so gemeint. Sonst müsste er die Lehre ändern, und ich denke, das wird nicht passieren.
Soll ich dann versuchen, meine Triebhaftigkeit zu unterdrücken?
Unterdrücken hat ja immer den Nachteil, dass es dann zu einer Art Neurose mit auch wieder schädlichen Auswirkungen, mit schädlichen Verhaltensweisen kommt. Wenn ich etwas unterdrücke oder niedrig halte, kommt es vielleicht an anderer Stelle wieder hoch, auf eine ganz andere Art und Weise, und das ist ja auch nicht gut und richtig.
Was dann?
Mein Rat ist: Gehen Sie ins Gebet und ver­su­­chen Sie, Gottes Wegweisung für Sie herauszuhören. So kann dann auch eine Abkehr stattfinden, weil Sie eventuell eine Einsicht aus dem Gebet heraus gewinnen. Und mit dieser Einsicht ein anderes Leben führen können, ­sodass Sie eben nicht wieder in dieses sündhafte Verhalten kommen.
Das hört sich sehr hart an.
Natürlich, ich verstehe das schon, das ist nicht einfach. Das Triebhafte, das Lustvolle in uns ist eben sehr mächtig. Das können wir nicht einfach abschalten oder auf den Knopf drücken und sagen, das wäre dann erledigt.
Aber beides geht nicht?
Nein, beides geht nicht, nein.
Also Christ zu sein und trotzdem …
(unterbricht) … Ja sicher, natürlich sind Sie Christ, Sie hören nicht auf, Christ zu sein, Sie sind ja getauft. Aber Sie befinden sich ­damit in einer Situation, in der Sie …
… sündhaft sind?
Ja. Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal. Natürlich ist auch der Gedanke eine Sünde. Klar. Sicher. Aber etwas dann zu tun, ist noch einmal deutlicher eine Sünde. Also, ich verstehe Sie nicht. Suchen Sie das Gebet. Was sagt mir Gott, was höre ich, wenn ich bei Gott bin im Gebet für den weiteren Weg meines Lebens? Und ich denke, das wird sich dann zeigen.
Und Sie glauben, dass dann alles gut wird?
Das weiß ich nicht. Gottes Wege sind unerforschlich. Ich kann Ihnen nicht sagen, jetzt beten Sie mal, und dann wird das. Das ist ja auch kein Automatismus. Ich meine, wir leben auch in einem Umfeld, in dem es natürlich sehr schwierig ist, weil ja alles so hochgradig sexu­alisiert ist um uns herum. Christ sein heißt aber auch unterscheiden lernen: Was ist weltlich, was ist sündhaft, was ist widrig dem Göttlichen? Und dann eben: Was ist Gottes Weg? Was ist das, um was es wirklich geht?
Danke.
Alles Gute. Gottes Segen.


Die weiteren Protokolle:
Seite 2: Eine Kirche in Augsburg: »Dann tun sie es. Tun Sie es ohne schlechtes Gewissen«
Seite 3: Eine kleine Kirche in München: »Letzten Endes ist das nichts, weswegen Sie sich schuldig fühlen müssten«
Seite 4: Eine große Kirche in Regensburg: »Nur wenn man dieser Neigung nachgibt, können wir von einer Sünde sprechen«
Seite 5: Eine Kleinstadt im Altmühltal: »Das heißt für Sie konkret, alleinstehend zu leben«

Dieser Text ist in der Ausgabe 03/14 von NEON und auch digital für das Tablet auf iOS und Android erschienen. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.

CO2-Paket2019
Habe mir gerade mal die heutige Koalitionsregelung durchgelesen. GAS soll angeblich bepreist werden, wie Flüssig- & Feststoff-Energien. Frage A: ERD-GAS soll laut früheren Aussagen KEIN bzw. KAUM "Abgase" erzeugen. Erdgas-Auto-Anlagen-Werbe-Slogan: "unser Abgas ist reines Wasser" Frage B: Wir haben Fernwärme (angeblich zu 100% aus RUSSEN-ERD-GAS) ZUDEM sind "unsere" Genossenschafts-Wohnbauten (angeblicher "Neubau" in 1989/90/91 (Erstbezug-Timeline 1991 bis 1992) und voll nach WEST-Standard gedämmt und entsprechend baurechtlich von Westbehörden abgenommen worden. Die Balkondämmungs-VOB-Baugewähr lief bspw. in "unserem" Block in 2006 ab. Die Anzahl der Blocks "unserer" Wohn-Genossenschaft beträgt rund 10 Blocks, die "zusammen in den NK abgerechnet werden" (und auf die m2 der Einzelnen Wohnungen "anteilmäßig umgelegt" werden). FAKTUM: Die jährlichen Heizkosten-VERBRÄUCHE liegen "bei uns" rund 50% niedriger als bei der Landeseigenen-Wohngesellschaft., auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Diese haben zur Außen-Sanierung nur "dick Farbe" auf die "dünn verputzten" Kieselstein-Fertigplattenbauten (aus gleicher Bauzeit) aufgetragen. Die Heizkostenstatistik stammt von den Grundsicherungsämtern, die die Miet- & NK von "Bedürftigen" ersatzweise übernehmen. Die Landes-Wohnbaugesellschaften gelten als Treiber der Miet- & NK. Hiermit wurde der Mietspiegel (laut Zahlen der BBU) "preistreibend beeinflusst". FRAGE C: Diese "neue Preistreiberei" NUN, mit der CO2-Bepreisung ab 2019 sowie die "Sanierung der früheren Minmal-Sanierung" wird auch "unseren Mietspiegel" drastisch weiter manipulieren, obwohl es 1. bei "uns" gar keinen "frischen" Handlungsbedarf gibt ! (vollsaniert, GAS-Fernwärme) 2. wir auch den Anbieter NICHT wechseln können, weil der wir Ferngas-Heizung-bestimmt sind, durch Baurecht. 3. weil die Landes-Wohnbausgesellschaft, das, was im eigentlichen Sinn KEINE Sanierung darstellt, als solche definiert (und auf den deren Mietpreis umlegt) ... (Unsinnsbeispiel): so schaffen die gerade die Müllschächte ab und kassieren dafür einen "WohnWerte-Aufschlag" bei den NK, der den Mietspiegel fürden gesamten Nahbereich anhebt. ... (Sanierungs-spielchen): ein Bekannter von mir musste, weil lediglich seine Block-Außenwände "bunt saniert" wurden, 400 Euro (Erstbezug nach Sanierung) für die selbe Wohnung monatlich mehr bezahlen. Er widersprach der Mieterhöhung und es ging vor Gericht. Das Gericht folgt der Landes-Wohnbaugesellschaft und deren Argument, der Bekannte würde schließlich "massiv Enegie einsparen" !!! .... das traf natürlich bis heute (5 Jahre später) niemals zu. Neben den Mietzusatzkosten (KM) sowie den Heizkostensteigerungen (NK) - bei gleichem, extrem hohen Verbrauch - wurde er doppelt bestraft. ... und der Mietspiegel sagt, der "graue" Ghetto-Bezirk sei nun ein "buter und gut sanierter" Luxus-Wohnbestandsbereich ! FRAGE D: demnach macht es auf KEINEN Sinn mehr, ERD-GAS-Taxen & -Busse einzusetzen, nur Wasserstoff- oder E-KFZ ????? SCHLUSSFRAGE: was passiert, wenn diese hohen NEUKOSTEN für die Verbraucher, durch die CO2-Bepreisung wieder einmal ein TEURER NULLEFFEKT -- ohne unabhängige Kontrolle und ohne Strafbewehrung wird ?? Ein 50 Milliarden-Märchen ... das bereits in Stufe 1 (bis 2022) scheitert ?? Vermutlich werden wieder die PRIVATEN Wohnanbieter und PRIVAT-Organisierten Wohn-Genossenschaften die LOOSER sein. Sowie die Verbraucher als Ganzes.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.