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Konzerte in Russland "Idioten": Russischer Politiker wütet nach Kuss-Foto gegen Rammstein

Rammstein-Frontmann Till Lindemann bei einem Auftritt 2012 in Dänemark
Rammstein-Frontmann Till Lindemann bei einem Auftritt 2012 in Dänemark
© Gonzales Photo / Ivan Riordan Boll / Picture Alliance
Auf ihrer Tour durch Osteuropa setzen die Musiker von Rammstein weiterhin Zeichen gegen Homophobie – und erhitzen damit die Gemüter. Ein russischer Politiker empörte sich nun in einem Radio-Interview über die deutsche Band.

Zwar sind homosexuelle Handlungen in Russland nicht verboten, dennoch wird Homosexualität gesellschaftlich überwiegend tabuisiert. Beispielsweise sind jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen strafbar. Und auch Menschenrechtler beklagen immer wieder, dass Übergriffe auf Homosexuelle in Russland oft folgenlos bleiben.

Umso stärker ist das Zeichen, das die Band Rammstein bei ihren zwei Konzerten in Moskau und Sankt Petersburg setzten: Während der Show in der russischen Hauptstadt küssten sich die Gitarristen Richard Kruspe und Paul Landers am Ende des Songs "Ausländer" –  in Sankt Petersburg umarmten sich die beiden innig, wie in einem Video auf Youtube zu sehen ist (ab Minute 4:50).

Russischer Politiker regt sich über Rammstein auf

Für ihre Aktionen wurde die Berliner Band weltweit gefeiert. Das Kuss-Bild wurde im Netz vielfach gelikt, kommentiert und geteilt. Wenig verwunderlich also, dass sich einige russische Politiker von dieser Botschaft empört zeigten – allen voran Witali Milonow. Der 45-jährige Duma-Abgeordnete gilt als homophober Hardliner. Er brachte vor einigen Jahren das Gesetz gegen "homosexuelle Propaganda" auf den Weg.In einem Interview mit dem russischen Radiosender NSN äußerte er sich nun zu der Kuss-Aktion. "Wenn sie es für möglich halten, sich derartig aufzuführen, dann sollten wir es auch für möglich halten, uns von solchem Müll fernzuhalten", sagte der Politiker – und redete sich regelrecht in Rage. Die Band Rammstein bestehe nur aus "Idioten" und weiter: "Wenn sie sich küssen wollen, sollen sie das in der Ukraine tun."

Dem "Vorschlag" von Witali Milonow wird Rammstein auf dieser Tour höchstwahrscheinlich nicht mehr folgen können. Ein weiteres Konzert in der Ukraine ist auf der Europa-Tour 2019 nicht mehr geplant. Stattdessen geht es in den kommenden Tagen weiter nach Lettland (Riga), Finnland (Tampere), Schweden (Stockholm) und Norwegen (Oslo). Die ein oder andere Provokation wird die Band dabei bestimmt noch in petto haben.

Quellen: Deutsche Welle / Instagram / Youtube

rpw

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