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Breivik plante drei Anschläge in Oslo und Schießerei

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat nach eigenen Angaben ursprünglich drei Bombenanschläge sowie eine weitere Schießerei in Oslo verüben wollen.

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat nach eigenen Angaben ursprünglich drei Bombenanschläge sowie eine weitere Schießerei in Oslo verüben wollen. Neben der Bombe im Regierungsviertel, bei deren Explosion im vergangenen Juli acht Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden, habe er weitere Anschläge auf den Sitz der regierenden Arbeiterpartei und ein drittes Ziel geplant, sagte Breivik vor Gericht in der norwegischen Hauptstadt aus. Geplant hatte er demnach eine "sehr umfangreiche Operation".

Das dritte Ziel sei noch unklar gewesen, ins Auge gefasst habe er unter anderem den Sitz der Zeitung "Aftenposten", das Parlament, das Rathaus oder das königliche Schloss, sagte Breivik weiter. Zwar habe er kaum damit gerechnet, alle drei Anschläge zu überleben. Doch für diesen Fall habe er vorgesehen, anschließend das Feuer auf die Bewohner des bekannten Besetzer-Gebäudes Blitz sowie auf die Zentralen der Zeitung "Dagsavisen" und der Sozialistischen Linkspartei zu eröffnen. Alle Gebäude liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Stattdessen erschoss Breivik auf der Insel Utöya 69 Menschen.

Bereits seit dem Jahr 2006 bereitete sich Breivik nach eigenen Angaben auf die Massaker in Oslo und Utöya vor. Er sei damals im Alter von 27 Jahren zu seiner Mutter zurückgekehrt, um sich ganz seinen Plänen zu widmen, sagte der 33-Jährige auf Fragen der Staatsanwaltschaft aus. Unter anderem habe er ein Jahr lang täglich 16 bis 17 Stunden lang das Computerspiel "World of Warcraft" sowie in geringerem Ausmaß den Ego-Shooter "Modern Warfare" gespielt. Eigentlich könne er "Modern Warfare" wenig abgewinnen, "doch zum Trainieren war es sehr gut", sagte der Rechtsextremist.

Darüberhinaus habe er für den Anschlag in einem Schießclub trainiert und sich echte Waffen besorgt, denen er Namen aus der nordischen Mythologie gegeben habe. Seit damals habe er gewusst, dass es eines Tages zu einer "Selbstmord-Operation" kommen werde, sagte Breivik an seinem vierten Prozesstag weiter. Er habe nicht sterben wollen, ohne den "Traum eines ganzen Lebens" verwirklicht zu haben.

AFP AFP

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