Winterharte Krabbeltiere
Zecken haben wieder Saison

Zecken können auch knackigen Frost aushalten. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Zecken können auch knackigen Frost aushalten. (Archivbild) Foto
© Julian Stratenschulte/dpa
Das sonnige Frühlingswetter lockt die Menschen ins Freie. Wer durch Wälder und über Wiesen läuft, sollte auf Zecken achten. Die ersten Fälle von Borreliose sind in diesem Jahr schon gemeldet worden.

Der relativ knackige Winter in diesem Jahr hat den Zecken in Wäldern und auf Wiesen nach Experteneinschätzung nicht viel anhaben können. "Ich rechne nicht mit einer nennenswerten Dezimierung", sagte Katja Mertens-Scholz, Leiterin des nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Friedrich-Loeffler-Institut in Jena, der Deutschen Presse-Agentur. Erst ab Frost von minus 20 Grad begännen Zecken abzusterben. 

Dabei komme es darauf an, wie tief der Frost ins Erdreich eingedrungen sei. Oft jedoch seien Waldböden von einer schützenden Laubschicht bedeckt. Nach der kürzlich veröffentlichten Winterbilanz des Deutschen Wetterdienstes wurde die Minus-20-Grad-Marke in Thüringen nicht erreicht, die niedrigste gemessene Temperatur waren im Januar minus 17, 6 Grad Celsius.

Häufigste in Thüringen auftretende Zeckenart ist der gemeine Holzbock. Erste Meldungen von Borreliose-Fällen in diesem Jahr zeigten, dass Zecken wieder aktiv seien, so die Biologin. Nach Daten des Berliner Robert Koch-Instituts sind in Thüringen seit Jahresbeginn rund zwei Dutzend Fälle gemeldet worden. Die von bestimmten Bakterien (Borrelien) ausgelöste Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Noch keine Meldungen gibt es bislang zu FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), eine Viruserkrankung nach dem Stich durch infizierte Zecken.

Borreliose-Symptome

Typisches Anzeichen bei Borreliose ist ein roter Hautring um die Einstichstelle. Weitere Symptome sind Muskel- und Gelenkschmerzen und Fieber. Behandelt wird die Infektion mit Antibiotika, eine Schutzimpfung gibt es nicht. Außer den beim RKI erfassten Fällen ist von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. 

Nicht jede Zecke sei Träger von Krankheitserregern, so die Biologin. Bei Borrelien etwa treffe das je nach Region auf fünf bis 35 Prozent der Zecken zu. Auch nicht jeder, der von einer infizierten Zecke gestochen werde, erkranke zwangsläufig. "Wichtig ist es, die Zecke möglichst schnell herauszuziehen", riet sie.

13 FSME-Risikogebiete in Thüringen

Bei FSME reichen die Symptome von einer grippeähnlichen Erkrankung bis zur Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks. Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung, zu der Krankenkassen raten, weil es keine ursächlich gegen das Virus wirkende Medikamente gibt. 

In Thüringen gilt das Risiko, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken, als relativ hoch vor allem in östlichen und südöstlichen Landesteilen. Das RKI hat die Städte Jena, Gera und Suhl sowie die Landkreise Altenburger Land, Greiz, Hildburghausen, Ilm-Kreis, Saale-Holzland, Saale-Orla, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg und Weimarer Land als FSME-Risikogebiete ausgewiesen.

Im vergangenen Jahr waren in Thüringen 11 FSME-Fälle und 626 Borreliose-Erkrankungen beim RKI erfasst worden.

dpa