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Mücken und Zecken: So schützen Sie sich vor Insektenstichen

Im Sommer rücken Stechmücken und Zecken in Scharen an. Ihre Stiche sind lästig, manchmal sogar gefährlich - wie Sie die Plagegeister fernhalten.

Eine Moskito sticht in Haut.

Bissige Plagegeister: Stechmücken

Das Vorgehen der Parasiten ist ebenso effizient wie gnadenlos: Zu Tausenden sitzen die Zecken im Gras und warten darauf, sich an ihre Opfer zu hängen, an ihnen hochzuklettern und die Blutbahn anzuzapfen. Dazu reißen sie die Haut ihres Wirts auf, bohren ihren Stachel, das Hypostom, in die Wunde und saugen. Ein Stich, der lebensgefährlich werden kann. Vor allem in der Südhälfte Deutschlands (Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Thüringen, vereinzelt in Rheinland-Pfalz, Sachsen und dem Saarland) verbreiten Zecken manchmal Meningoenzephalitis (FSME). Die Symptome der Krankheit ähneln zunächst denen einer Grippe, später kann sie zur Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen. Eine Impfung gewährt Schutz und sollte in den betroffenen Gegenden unbedingt genutzt werden.

Zecke - die lautlose Gefahr

Weniger gefährlich, jedoch in ganz Deutschland verbreitet, ist die ebenfalls durch Zecken übertragene Borreliose. Anzeichen sind eine ringförmige Wanderröte auf der Haut, manchmal kommen Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen hinzu, selten Nervenleiden und Lähmungen. Gegen die Borreliose gibt es kein vorbeugendes Mittel. Da hilft nur: lange Kleidung tragen, abends den Körper absuchen und die Spinnentiere vorsichtig mit der Pinzette herausziehen. Anti-Zecken-Mittel wirken nur zwei bis drei Stunden. "Und weil die Zecken zu den verdeckten, unbehandelten Bereichen des Körpers wandern, bringen die Mittel auf den frei liegenden Stellen nicht viel", sagt Tomas Jelinek, Professor für Tropen- und Reisemedizin in Berlin.

Zecken greifen unbemerkt an, Mücken hingegen laut. Die hiesigen Arten sind aber nur lästig, nicht gefährlich. Zwar wurde im Raum Freiburg mehrfach die Asiatische Tigermücke gesichtet, die in den Tropen Dengue- oder Chikungunya- Fieber überträgt, bislang ist in Deutschland jedoch kein Fall bekannt, der sich durch solch eine Mücke infiziert hat. Auch Malariaerkrankungen sind nur wenige aufgetreten, obwohl die übertragende Anopheles-Mücke in Deutschland vereinzelt vorkommt.

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Natürliche Mittel wirken nur kurz

Allerdings haben Mücken in südeuropäischen Ländern immer mal wieder Menschen mit exotischen Krankheiten angesteckt. Tomas Jelinek rät, sich vor Auslandsreisen bei einem Reisemediziner zu informieren und sich vor den Insekten zu schützen. Am besten mit langer Kleidung, Moskitonetzen und sogenannten Repellents, frei verkäuflichen Präparaten, die den Geruchssinn der Mücken vernebeln. Die wirksamsten enthalten den Stoff Diethyltoluamid (DEET). "Das ist der Goldstandard", sagt Jelinek. Die Substanz gilt als sicher, dennoch empfiehlt die Verbraucherzentrale Hamburg, sie wegen einer möglichen nervenschädigenden Wirkung weder großflächig noch dauerhaft zu benutzen. Und die Stiftung Warentest rät, in Europa und Malaria-freien Gebieten zu der besser verträglichen Substanz Icaridin. Natürliche Mittel wie Citronella oder Lavendel eignen sich wenig. "Sie wirken nur 15 bis 20 Minuten und müssen deshalb häufig aufgetragen werden", sagt Jelinek.

Manchen Blutsaugern kann man zum Glück ganz ohne Chemie entkommen: Wer sich etwa in Italien oder der Türkei vor Schmetterlingsmücken, auf Englisch "sandflies", schützen möchte, dem rät der Mediziner, im ersten Stock zu schlafen. Jelinek: "Bis dahin kommen die Insekten nicht, die fliegen gerade mal rund einen Meter hoch."

Torben Müller

Wissenscommunity