HOME

Erkrankungen nehmen zu: FSME-infizierte Zecken breiten sich auch im Norden Deutschlands aus

Bald beginnt die Zecken-Zeit. Dann ist besondere Vorsicht geboten, denn die Tiere sind Hauptüberträger der tückischen FSME-Krankheit. Das Virus kann eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung auslösen. Doch auch Rohmilch-Erzeugnisse können infiziert sein.

Ein Warnschild mit der Aufschrift "Zecke" hängt an einem Baum im Wald

Der FSME-Erreger kann von Zecken übertragen werden

DPA

Zwar gab es im vergangenen Jahr weniger Zecken, doch ein Biss der kleinen Tiere scheint immer gefährlicher zu werden. Zecken sind Hauptüberträger für   (FSME). Die Erkrankung, eine virusbedingte Hirnhaut oder Gehirnentzündung, tritt häufiger auf, denn die infizierten Zecken breiten sich Experten zufolge in Deutschland aus. 

"Ganz neue Hotspots"

Zwar treten 85 Prozent der Fälle von  nach wie vor in Bayern und Baden-Württemberg auf, wie Forscher der Universität Hohenheim am Dienstag in Stuttgart erklärten. Es gebe aber in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin "ganz neue Hotspots", in denen FSME-Erkrankungen gehäuft vorkommen, erklärte Zeckenexpertin Ute Mackenstedt.

"Zum allerersten Mal erhalten wir sogar Erkrankungsberichte aus den Niederlanden", fügte sie hinzu. Nach Angaben der Forscher wurden im vergangenen Jahr in Deutschland bei knapp 500 Menschen FSME-Erkrankungen diagnostiziert und damit so viele, wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Es handle sich "um die zweihöchste je registrierte Zahl von Erkrankungsfällen", erklärte Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München.

Neue Zeckenarten könnten FSME-Erreger verbreiten

können den Erreger für FSME übertragen. Bei 100 Menschen, die von einer infizierten Zecke gebissen werden, bricht die Krankheit Experten zufolge bei 30 aus. Zudem sind sie Träger von Bakterien, die Lyme-Borreliose verursachen. Die Krankheit kann Nervensysteme und Gelenke schädigen.

Bisher schwer einzuschätzen ist den Forschern zufolge die Gefahr, die von neuen Zeckenarten in ausgeht. So stießen Experten 2016 erstmals auf das FSME-Virus in der in Deutschland zunehmend einwandernden Auwaldzecke.

Hohes Risiko durch infizierte Rohmilch

Ein Erkrankungsrisiko birgt demnach auch Rohmilch. Dieser Übertragungsweg von infizierten Weidetieren ist relativ neu. Nachdem 2016 zwei Menschen in Deutschland nach dem Genuss von Rohmilchkäse erkrankten, waren im vergangenen Jahr acht Menschen nach dem Genuss von Ziegenrohmilch betroffen. Das Krankheitsrisiko sei durch FSME-infizierte Rohmilch dreimal höher als nach dem Biss infizierter Zecken.

Zuverlässigen Schutz vor FSME bietet den Experten zufolge nach wie vor nur eine Impfung, die zu nahezu hundert Prozent wirksam sei. In Deutschland seien aber nur 20 Prozent der Bevölkerung geimpft.

fri / AFP / DPA

Wissenscommunity