China hat seine Energieimporte breit aufgestellt und verfügt über große Ölreserven und kann daher Analysten zufolge die ausbleibenden Lieferungen aus den Golfstaaten bislang verhältnismäßig gut abfedern. Insbesondere im Fall eines längeren Konflikts würde ein globaler wirtschaftlicher Abschwung das Land wegen dessen starker Exportabhängigkeit jedoch hart treffen.
Der chinesische Handelsüberschuss war im vergangenen Jahr auf den Rekordwert von 1,2 Billionen Dollar angestiegen. Daten dieser Woche zeigten, dass sich das Exportwachstum im März aber deutlich verlangsamte, was darauf hindeutet, dass der Krieg im Nahen Osten bereits seine Spuren hinterlässt.
Zugleich entwickelten sich die Einzelhandelsumsätze im Land den Daten des Statistikamts vom Donnerstag zufolge weniger gut als erwartet. Die Industrieproduktion legte ordentlich zu, blieb mit einem Plus von 5,7 Prozent aber hinter den Wachstumsraten von Januar und Februar zurück.
"Die Wachstumsbeschleunigung im ersten Quartal wurde von den Exporten getragen", erklärte die Analystin Zichun Huang von Capital Economics. "Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum im weiteren Jahresverlauf etwas abschwächen wird." Die chinesische Wirtschaft halte sich bislang insgesamt recht gut.