Die Vorsitzende der niederländischen Polizeigewerkschaft, Nine Kooiman, berichte mit Blick auf die Silvesternacht von einem "noch nie da gewesenem Ausmaß an Gewalt gegen die Polizei und Rettungskräfte". Sie selbst sei während ihrer Schicht in Amsterdam drei Mal mit Feuerwerkskörpern und anderen Sprengkörpern attackiert worden.
Landesweit gab es Berichte über Angriffe gegen Einsatzkräfte. In Breda im Süden der Niederlande warfen Menschen mit Benzinbomben auf die Polizei.
Kurz nach Mitternacht verschickten die Behörden eine seltene landesweite Warnung an alle Handys, in der sie die Menschen dazu aufriefen, die überlasteten Rettungsdienste nur dann zu alarmieren, wenn es um Leben und Tod gehe.
Bei Unfällen mit Feuerwerkskörpern kamen zwei Menschen ums Leben: ein 17-Jähriger und ein 38-Jähriger. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Ein Krankenhaus in Rotterdam teilte mit, es habe 14 Menschen, darunter zehn Minderjährige, wegen Augenverletzungen behandelt. Zwei von ihnen seien operiert worden.
Es war das letzte Silvester, bevor in diesem Jahr ein Böllerverbot in Kraft treten soll. Die Niederländer kauften deshalb große Mengen an Feuerwerk. Nach Angaben des Niederländischen Verbands für Pyrotechnik gaben Feiernde eine Rekordsumme von insgesamt 129 Millionen Euro für Feuerwerkskörper aus.