Hantavirus
Deutsche Kontaktperson kommt nach Düsseldorf ins Krankenhaus

Hantavirus auf „MV Hondius“ im Atlantik (Archivfoto)
Auf der „MV Hondius“ im Atlantik hat sich das Hantavirus ausgebreitet (Archivfoto)
© Zoonar.com/lothar kurtze / Imago Images

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ nimmt Kurs auf die Kanaren. Zwei mit dem Hantavirus infizierte Personen und eine Kontaktperson wurden vorher in die Niederlande gebracht

Nach tagelanger Unsicherheit auf dem vom Ausbruch des Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiff „Hondius“ gibt es endlich Aussicht für die knapp 150 Menschen an Bord. Spanien erteilte dem unter niederländischer Flagge fahrenden Schiff die Erlaubnis, einen Hafen auf den Kanarischen Inseln anzulaufen, und zwar auf der Urlaubsinsel Teneriffa.

Drei Menschen wurden inzwischen unter medizinischer Begleitung von Bord des Schiffes geholt, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das niederländische Außenministerium mitteilten. Sie seien mit zwei Spezialflugzeugen unterwegs in die Niederlande, hieß es. Eines der beiden Flugzeuge landete am Abend auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam.

Deutsche stand in Kontakt mit verstorbener Touristin

Der zweite Flieger mit zwei Patienten an Bord musste aber einen technischen Zwischenstopp auf Gran Canaria einlegen. Grund sei ein Defekt an einer Isolationskapsel, berichtete der TV-Sender RTVE am Abend unter Berufung auf die Delegation der spanischen Zentralregierung auf den Kanaren. Die Insassen sollen an Bord bleiben, der Flug werde bald fortgesetzt. Marokko habe zuvor eine Landung auf seinem Staatsgebiet verweigert, hieß.

Zu den drei Personen, die zunächst in die Niederlande geflogen werden, gehört laut Ministerium eine 65 Jahre alte Deutsche, die in engem Kontakt mit der deutschen Frau stand, die an Bord gestorben war. Die 65-Jährige solle in einer Klinik in Düsseldorf untersucht werden. Sie habe bisher keine Symptome. Nach der Landung des Flugzeugs waren Einsatzkräfte aus Düsseldorf auf dem Rollfeld zu sehen.

„Rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung“

Die Feuerwehr Düsseldorf und das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) übernehmen gemeinsam den Transport nach Deutschland und die vorsorgliche medizinische Abklärung, berichtete das Klinikum. Man gehe davon aus, dass die betreffende Person nicht infiziert sei. „Es handelt sich um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion. Die Aufnahme erfolgt rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung“, betonte das Klinikum. Zur betroffenen Person machte die Klinik keine Angaben. 

Die beiden anderen Personen sind Crew-Mitglieder. Ein Brite (56) und ein Niederländer (41) sind nach Angaben der Reederei krank und brauchen dringend medizinische Hilfe. 

Seit Tagen liegt das kleine Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde vor Anker, nachdem es vom seltenen Hantavirus getroffen worden war. Drei Menschen sind bisher gestorben, darunter auch eine deutsche Frau. Mehrere Menschen sind erkrankt.

Angst vor Hantavirus auf den Kanaren

Die übrigen Passagiere werden nach Angaben der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García auf dem Kreuzfahrtschiff zur Kanaren-Insel Teneriffa fahren, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen im Nebenhafen Granadilla de Abona im Süden der Insel anlegen werden. Auf Teneriffa gibt es eine auf Epidemien spezialisierte Klinik. Dort sollen Besatzung und Passagiere untersucht und gegebenenfalls medizinisch versorgt werden. Später könnten sie in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren.

Spanien hatte nach eigenen Angaben in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien entschieden, dem Schiff die Erlaubnis zum Anlegen zu erteilen.

DPA
tis

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos