Niederlande
Warum in Amsterdam jetzt Werbung für Fleisch verboten ist

Amsterdam
Als erste Hauptstadt der Welt hat Amsterdam ein Werbeverbot für Fleisch eingeführt
© Imago Images

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In Amsterdam ist ein neues Werbeverbot in Kraft getreten: Dies betrifft Fleisch – aber auch andere Produkte. Was steckt hinter dieser Veränderung des Stadtbildes?

Amsterdam geht einen neuen Weg in Bezug auf Klimaschutz: In der niederländischen Hauptstadt darf nicht mehr öffentlich für Fleisch oder fossile Produkte geworben werden. Seit dem 1. Mai sind entsprechende Anzeigen von Plakatwänden, Haltestellen und U-Bahn-Stationen verschwunden. Anstelle von Hamburgern, Dieselautos und Flugreisen sind dort nun verstärkt Hinweise auf kulturelle Angebote zu sehen. 

Amsterdam untersagt als erste Hauptstadt Werbung für Fleisch

Amsterdam ist damit die erste Hauptstadt der Welt, die Fleisch-Reklame verbietet. Ziel der Maßnahme ist es, das öffentliche Erscheinungsbild den eigenen Klimazielen anzunähern. Bis 2050 will die niederländische Metropole klimaneutral werden sowie den Fleischkonsum innerhalb der Bevölkerung halbieren. 

„Die Klimakrise ist sehr dringend“, sagt Anneke Veenhoff von der GroenLinks zu BBC. Die Grüne Partei ist einer der Initiatoren des Werbeverbots. „Ich meine, wenn man in der Klimapolitik führend sein will und gleichzeitig seine Flächen für das genaue Gegenteil vermietet – was macht man dann eigentlich?“, so Veenhoff. Aus ihrer Sicht stellte die bisherige Praxis einen Widerspruch zu den eigenen klimapolitischen Zielen dar.

Werbeverbot für fossile Energie bereits in anderen niederländischen Städten 

Bereits 2020 plante Amsterdam ein Verbot für fossile Produkte, setzt dieses Vorhaben jedoch erst jetzt um. In anderen niederländischen Städten ist es schon länger untersagt, für Dienste oder Produkte, die fossile Energie nutzen und dem Klima schaden, zu werben. Mit der Einbeziehung von Fleischwerbung geht Amsterdam nun sogar einen Schritt weiter.

Ob das Werbeverbot tatsächlich das Konsumverhalten verändert, ist bislang unklar. Studien deuten jedoch darauf hin, dass weniger Werbung für ungesunde oder klimaschädliche Produkte langfristig die Kaufentscheidungen der Bürger beeinflussen kann.

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