Angesichts der Berufungen sei das Urteil noch nicht rechtskräftig, führte Gerichtssprecher Klaus Jennewein nun aus. Beide Parteien müssten binnen vier Wochen ihre Berufungsgründe ausführlich darlegen, dann entscheide das Oberlandesgericht Innsbruck darüber.
Der Richter des Landesgerichts hatte in seiner Urteilsbegründung argumentiert, die verstorbene 33-Jährige sei "Galaxien" vom alpinistischen Können des Angeklagten entfernt gewesen. Sie habe sich in dessen "Obhut" begeben und sei davon ausgegangen, dass er die "Verantwortung" für sie übernehme.
Der 37-Jährige hatte in dem Prozess beteuert, dass ihm die Geschehnisse "unendlich leid" täten und er seine Freundin "geliebt" habe. Zudem betonte der Salzburger mehrfach, über "keinerlei Alpin-Ausbildung" zu verfügen und somit keinesfalls in der Rolle des Bergführers gewesen zu sein.
Die beiden waren nach seinen Angaben im Januar 2025 auf dem Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs, in eine "Ausnahmesituation" geraten. Er habe in Absprache mit ihr den Abstieg gewagt. Als er noch einmal umkehren wollte, habe sie ihn weggeschickt und damit sein Leben gerettet. Eine Gerichtsmedizinerin bestätigte, dass die am Berg zurückgelassene 33-Jährige an Unterkühlung starb.