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Gefürchteter Tropensturm "Isaac" wütet in Haiti


Der gefürchtete Tropensturm "Isaac" hat Haiti erreicht und mindestens ein Kind in den Tod gerissen sowie tausende Menschen in die Flucht getrieben.

Der gefürchtete Tropensturm "Isaac" hat Haiti erreicht und mindestens ein Kind in den Tod gerissen sowie tausende Menschen in die Flucht getrieben. Das Unwetter traf am Morgen mit Windgeschwindigkeiten von knapp 95 Stundenkilometern auf den Karibikstaat. Am Abend soll der Sturm nach Kuba weiterziehen, für den US-Bundesstaat Florida wurde eine Hurrikan-Warnung ausgegeben.

In Haiti starb nach Behördenangaben ein achtjähriges Mädchen beim Einsturz einer Mauer. 18 Lager für Opfer des Erdbebens im Jahr 2010 wurden evakuiert, tausende Familien wurden in Notunterkünften untergebracht. Der Sturm trug Zelte und Dächer fort und riss Bäume ab. In der Hauptstadt Port-au-Prince fiel der Strom aus, die Telefonverbindungen waren gestört.

Nach US-Angaben hatte der Sturm fast Hurrikan-Stärke, als er auf die haitianische Küste traf. Das US-Hurrikanzentrum NHC warnte vor heftigen Regenfällen, lebensbedrohlichen Überschwemmungen und Erdrutschen. Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre leidet bis heute unter den Folgen eines verheerenden Erdbebens im Januar 2010, bei dem rund 250.000 Menschen getötet wurden. Etwa 400.000 Haitianer leben noch immer in Zelten und provisorischen Camps.

Am Nachmittag sollte der Sturm nach Kuba weiterziehen. Aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo wurden vorsorglich hunderte Menschen in Sicherheit gebracht, die kubanische Regierung versetzte sechs Provinzen in Alarmzustand. Am Sonntag soll das Unwetter dann Hurrikan-Stärke erreichen. Das NHC gab für die Inselgruppe der Florida Keys sowie Teile der Küste eine Hurrikan-Warnung aus. Dort wird "Isaac" am Montag erwartet - pünktlich zum Beginn des Nominierungsparteitags der US-Republikaner, wenn zehntausende Parteianhänger nach Tampa kommen sollen. Die Stadtverwaltung von Tampa forderte die Bewohner bereits auf, sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Verantwortliche der Republikaner zeigten sich besorgt, halten aber bislang am geplanten Ablauf des Parteitages fest, auf dem Ex-Gouverneur Mitt Romney offiziell zum republikanischen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November gekürt werden soll. US-Vizepräsident Joe Biden sagte eine Reise nach Tampa wegen des Sturms ab. Im Golf von Mexiko evakuierte der Ölkonzern BP die Öl-Förderplattform Thunder Horse.

AFP AFP

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