Neunjähriger monatelang in Lieferwagen eingesperrt: Vater in U-Haft

Wohnhaus des Angeklagten
Wohnhaus des Angeklagten
© AFP
Ein Mann, der seinen heute neun Jahre alten Sohn in Frankreich mehr als ein Jahr lang in einen Lieferwagen eingesperrt hatte, ist in Untersuchungshaft gekommen. Dem 43-Jährigen wird schwere Freiheitsberaubung und Vernachlässigung von Schutzbefohlenen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft im ostfranzösischen Mulhouse am Montag mitteilte.

Der Fall war am Freitag bekannt geworden und hatte Entsetzen ausgelöst. Im elsässischen Ort Hagenbach war die Polizei auf einen Lieferwagen gestoßen, in dem ein unterernährter Junge nackt zwischen Müll und Exkrementen lag. Eine aufmerksame Anwohnerin hatte die Polizei alarmiert, nachdem sie Geräusche aus dem geparkten Wagen gehört hatte. 

Das Kind konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen seiner langen Gefangenschaft nicht mehr laufen und wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Dort wird es weiterhin behandelt. 

Nach Angaben der Ermittler sagte der Junge aus, dass sein Vater ihn Ende 2024 in den Lieferwagen eingesperrt habe. Die neue Partnerin seines Vaters habe ihn "nicht in der Wohnung haben wollen". Zu dem Zeitpunkt war der Junge sieben Jahre alt.

Der Mann räumte den Ermittlern zufolge ein, dass er seinen Sohn ab November 2024 eingesperrt hatte. Er habe ihn nach eigener Darstellung so vor seiner neuen Partnerin schützen wollen, die ihn in die Psychiatrie habe einweisen lassen wollen. Der Lieferwagen war in einem Hof geparkt, der zu mehreren Häusern gehörte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen die Partnerin des Mannes, unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung. Die Frau bestritt die Vorwürfe.

AFP