Der Mord an dem jungen Studenten Henry Nowak und der Einsatz der Polizei sorgen in Großbritannien für Aufruhr. Rechte versuchen, den Fall für sich zu instrumentalisieren, es kommt zu Protesten und Ausschreitungen. Dabei geraten offenbar auch Polizeibeamte in Gefahr – auch wenn sie mit dem Fall gar nichts zu tun haben.
Wie der „Guardian“ und die BBC berichten, sind im Internet Falschinformationen über eine Polizistin und einen Polizisten im Umlauf. Sie wurden von Usern auf Social Media und einer KI fälschlicherweise als Beamte identifiziert, die am Tatort waren. Nun bekommen sie Drohungen.
Polizisten müssen an einen sicheren Ort flüchten
Die frühere Polizistin Christi Hill musste an einen sicheren Ort flüchten, da ihre Daten online veröffentlicht wurden und sie teilweise Morddrohungen erhielt. Dabei hat sie die Polizei bereits 20 Monate, bevor der Mord im Dezember 2025 passierte, verlassen. „Um es absolut klar zu machen: Ich war an diesem Fall nicht beteiligt“, schrieb sie in einer Erklärung.
Der BBC sagte Hill: „In vielen Posts wurde geschrieben, dass allen identifizierten Beamten extreme Gewalt zugefügt werden sollte. Es gab Menschen, die sagten, dass ich es nicht verdiene, zu leben, dass ich nicht auf dieser Welt sein sollte.“ Zahlreiche dieser Posts sind immer noch online zu sehen. Die Verwechslung passierte laut Hill durch Bilder, die im Zuge der Medienberichterstattung über eine Auszeichnung veröffentlicht wurden.
Das britische Innenministerium bestätigte, dass auch ein weiterer Polizist online fälschlicherweise identifiziert und bedroht wurde, obwohl er nicht beteiligt war. Auch er musste sein Haus verlassen und vorübergehend an einen sicheren Ort umziehen.
Mord an Henry Nowak: Musks KI verbreitet falsche Informationen
Die falsche Identifizierung geschah durch die KI Grok, die zu Elon Musks Firma xAI gehört. Musk hat in den vergangenen Tagen mehrfach auf seiner Social-Media-Plattform X umstrittene Beiträge zu dem Fall geteilt. Premierminister Keir Starmer wirft ihm vor, „Spaltung zu schüren“. Die KI hat mittlerweile eingeräumt, bei der Identifizierung einen Fehler gemacht zu haben.
Der 18-jährige weiße Student Henry Nowak war von einem Sikh niedergestochen worden. Ein kürzlich veröffentlichtes Video zeigt, dass der schwer verletzte und am Boden liegende Nowak von der Polizei in Handschellen gelegt wurde, anstatt dass sie ihm half. Die Polizisten glaubten offenbar dem Täter, dass Nowak ihn rassistisch beleidigt hätte. Der 23-Jährige wurde am vergangenen Montag zu einer Haftstrafe von mindestens 21 Jahren verurteilt.
Quellen: Christi Hill auf Linkedin, „Guardian“, BBC, Nachrichtenagentur AFP