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Pakistan und Indien: Neuer Anfang für Friedensgespräche

Erstmals seit den Terrorangriffen in Mumbai vor gut zwei Jahren wollen Indien und Pakistan ihre Friedensgespräche offiziell wieder aufnehmen. Im Vorfeld des Besuchs des pakistanischen Außenministers in Indien seien bis Juli eine Reihe von Treffen geplant.

Indien und Pakistan nehmen ihre seit mehr als zwei Jahren auf Eis liegenden Friedensgespräche wieder auf. Die Entscheidung sei bei einem Treffen von Vertretern beider Länder am Rande einer Regionalkonferenz in der bhutanischen Hauptstadt Thimphu gefallen, teilte ein indischer Regierungsvertreter am Donnerstag mit.

Der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi will Indien im kommenden Juli besuchen, um den Fortschritt der Gespräche mit seinem Amtskollegen S. M. Krishna zu überprüfen. Bereits zuvor sollten die beiden Außen-Staatssekretäre Nirupama Rao (Indien) und Salman Bashir (Pakistan) zusammenkommen. Rao und Bashir hatten sich am vergangenen Wochenende in Timphu in Bhutan zu Verhandlungen über die Wiederaufnahme des Dialogs getroffen.

Indien macht die aus Pakistan operierende Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba für die Terrorangriffe in der westindischen Wirtschaftsmetropole Mumbai (früher Bombay) Ende 2008 verantwortlich. Damals waren 166 Menschen getötet worden, darunter auch Deutsche. Nach den Angriffen hatte Indien die im Jahr 2004 begonnenen Friedensgespräche mit dem Nachbarland ausgesetzt. Neu Delhi fordert von Islamabad, konsequenter gegen Terroristen vorzugehen, die von Pakistan aus Ziele in Indien angreifen.

Bei den offiziellen Gesprächen zwischen den beiden Seiten soll es nun der Erklärung zufolge unter anderem um die Anschläge von Mumbai und den Anti-Terror-Kampf gehen. Auch der zentrale Streitpunkt zwischen den beiden Ländern - die geteilte Region Kaschmir - soll thematisiert werden. Zwei ihrer drei Kriege seit der Unabhängigkeit 1947 führten Indien und Pakistan um Kaschmir.

Die Friedensgespräche zwischen 2004 und 2008 waren zäh verlaufen und hatten wenig messbare Fortschritte gebracht. Als Erfolg galt aber bereits, dass die beiden Länder überhaupt miteinander sprachen.

Pakistan testete unterdessen einen atomwaffenfähigen Marschflugkörper aus eigener Produktion. Nach Angaben der Armee verlief der Test am Donnerstag erfolgreich. Die Rakete vom Typ Hatf-VII (Babur) hat eine Reichweite von 600 Kilometern. Indien und Pakistan testen regelmäßig atomwaffenfähige Raketen, die Ziele im jeweiligen Nachbarland treffen können.

AFP / AFP

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