Schah-Sohn Pahlavi fordert Sicherheitskräfte zu Schulterschluss mit regierungskritischen Demonstranten auf

Schah-Sohn und Exil-Oppositioneller Reza Pahlavi
Schah-Sohn und Exil-Oppositioneller Reza Pahlavi
© AFP
Der iranische Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi hat die Sicherheitskräfte und Beamten in seiner Heimat zu einem Schulterschluss mit den regierungskritischen Demonstranten aufgefordert. "Angestellte staatlicher Institutionen sowie Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte haben die Wahl: sich auf die Seite des Volkes zu stellen und Verbündete der Nation zu werden oder sich für die Komplizenschaft mit den Mördern des Volkes zu entscheiden", erklärte Pahlavi am Sonntag (Ortszeit) in Onlinediensten. 

Der in den USA lebende Sohn des im Zuge der islamischen Revolution 1979 gestürzten Schahs hatte die Demonstrierenden zuvor aufgerufen, ihre Proteste fortzusetzen. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News sagte Pahlavi, er sei bereit, "bei der ersten Gelegenheit" in den Iran zurückzukehren, um dort den "Übergang" anzuführen. 

Die Proteste im Iran hatten vor zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. Aktivisten zufolge wurden bis Sonntag mindestens 192 Menschen bei den Protesten getötet. Unbestätigte Berichte deuteten aber auf eine deutlich höhere Opferzahl hin, einigen Quellen zufolge gibt es demnach bereits mehr als 2000 Todesopfer.

Wegen der Proteste hatten die Behörden eine landesweite Internetsperre verhängt, die seit mittlerweile mehr als 60 Stunden andauert. Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi hatte vor einem "Massaker im Schutz einer umfassenden Kommunikationssperre" gewarnt.

AFP