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Norwegen "Für die menschliche Sicherheit": Sonnenhungriges Walross Freya in Oslo eingeschläfert

Walross Freya wurde in Norwegen zum Publikumsliebling
Walross Freya wurde in Norwegen mit seinen Bootbesetzungen zum Publikumsliebling
© Tor Erik Schrøder / NTB / AFP
Das Walross Freya wurde in Norwegen zum Publikumsliebling. Und wurde nun deshalb eingeschläfert. Die Behörden begründeten dies mit der Sicherheit für Mensch und Tier.

Der Publikumsmagnet des Oslofjords ist tot: Das sonnenhungrige Walross Freya wurde eingeschläfert. Die Entscheidung sei auf "Grundlage einer umfassenden Bewertung der anhaltenden Bedrohung für die menschliche Sicherheit getroffen" worden, erklärte der Leiter von Norwegens Fischereibehörde, Frank Bakke-Jensen, am Sonntag. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir das Wohlergehen des Tieres mit keinem der verfügbaren Mittel garantieren können", fügte er hinzu.

Man könne verstehen, wenn die Öffentlichkeit nun bestürzt sei, sagte Bakke-Jensen. Aber obwohl der Tierschutz ein hohes Gut sei, müsse das Leben und die Sicherheit von Menschen vorgehen. Noch im Juli wollten die Behörden die Einschläferung unbedingt vermeiden. "Walrosse sind wilde, geschützte und auf der Roten Liste stehende Tiere. Das bedeutet, dass die Tötung die letzte Option ist", hieß es damals in einer Mitteilung.

Walrossdame Freya versinkt mehrere Schiffe beim Sonnenbaden vor Oslo

Touristen hielten sich nicht vom Wahlross fern – trotz Warnungen

Die 600 Kilo schwere Walross-Dame hatte seit Mitte Juli im Oslofjord ihr Unwesen getrieben und damit massenhaft Schaulustige angezogen. Die Zeitung "Verdens Gang" hatte online sogar einen Livestream eingerichtet. Zwischen langen Nickerchen – ein Walross schläft bis zu 20 Stunden am Tag – wurde Freya unter anderem dabei gefilmt, wie sie eine Ente jagte und einen Schwan angriff. Meist döste sie aber auf Booten, die unter ihrem Gewicht teilweise kenterten.

Die Behörden hatten zuvor angegeben, das Einschläfern des Tieres in Erwägung zu ziehen, da Appelle an die Öffentlichkeit, Abstand zum Walross zu halten, nicht fruchteten. Die Behörden hatten Schaulustige, Touristen und Anwohner wiederholt gewarnt, Abstand zu halten. Die Fischereidirektion störte sich vor allem daran, dass Leute zu Freya ins Wasser gehüpft waren und dem Tier mit Kindern am Ufer sehr nahe gekommen waren, um Fotos zu machen. Zuvor war auch eine Verlegung des Tieres diskutiert worden. Allerdings seien die Risiken für eine solche Aktion zu groß gewesen.
 

cl AFP DPA

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