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Ist es erlaubt, mit versteckten Kameras Haussitter bei der Arbeit zu überwachen?

RTL zeigte am 11.07.2011 einen von sternTV produzierten Film, bei dem fünf nichtsahnende Haushüter bei Ihrem Einsatz in der Wohnung eines von sternTV fingierten Kunden "auf die Finger geschaut wurde".
Ist das schon eine Selbstverständlichkeit, dass "big Brother" jetzt überall und jederzeit aktiv ist? Muss man das akzeptieren? Haben Leute, die sowas tun noch Achtung vor den Persönlichkeitsrechten der betroffenen Menschen?
Frage Nummer 44962

Antworten (8)
bh_roth
1. nein *
2. nein
3. nein
4. nein
*) Verstößt m. E. gegen § 201a StGB: "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen"
Amos
1. Bei RTL ist alles fingiert, wahrscheinlich waren die Haushüter weder nichtsahnend noch uninformiert.
2. Wenn es wirklich strafbar wäre, dürften auch Verbrauchersendungen von ARD oder ZDF nicht ausgestrahlt werden, in denen Waschmaschinen repariert werden sollen oder der Schlüsseldienst gerufen wird. Diese Sender werden sich rechtlich bestimmt abgesichert haben.
3. Jeder, der an einer Tankstelle aussteigt und seinen Wagen betankt, wird ebenfalls gefilmt.
4. Jeder, der am Automaten Geld abhebt, wird ebenfalls gefilmt.
5. Mindestens 20 % der privat gedrehten YouTube-Filmchen dürften dann ebenfalls den Straftatbestand erfüllen.
Stimmt's, oder habe ich recht?
Sockenpuppe
@Amos: Da ist ein wichtiger Unterschied! Bei ARD und ZDF werden die heimlich gefilmten unkenntlich gemacht! D.h. die Gesichter verpixelt und die Stimme nachgesprochen!
Bei RTL ist das tatsächlich gefakted! ("Skripted Reality")
bh_roth
@Amos: Und es gibt noch einen Unterschied. Jeder weiß, und mit Tafeln wird darauf hingewiesen, das Videokameras die Geschäftsbereiche von Tankstellen und Banken schützen. Dies passiert nicht heimlich.
Deshalb bin ich ganz sicher, dass der §, den ich zitiert habe, zutrifft.
Übrigens ist es kein Argument, dass etwas schon erlaubt sein muss, nur weil es andere auch machen. Welche Klagen gewisse Reportagen nach sich ziehen, bekommt der Zuschauer ja nicht mit.
Amos
Lieber bh: rechtlich mag das alles korrekt sein, aber praktikabel und sinnvoll halte ich das nicht. Vor einiger Zeit habe ich bei der Diskussion um Google-Streetview gelesen, daß eine Stadt im Ruhrgebiet (Herne?) ihr Rathaus verpixeln ließ, damit es keiner erkennt! Ja, geht's noch? Das ist in meinen Augen doch Schwachsinn!
Und wenn ein Verbrecher nachts um 3 Uhr einen Überfall auf eine Tankstelle macht, halte ich es für völlig legitim, ihn zu filmen und somit der Polizei die Möglichkeit zu geben, den Täter zu verfolgen. Und wenn ich dadurch einem Babysitter nachweisen kann, daß er mein Kind schlägt, bin ich damit völlig einverstanden!
Sockenpuppe
Ja, aber auch da gibt es Grenzen! Z.B. dürfen die Daten die bei einem Massengentest erhoben werden nicht plötzlich dazu genutzt werden einen Falschparker zu überführen!
Und da muss man echt aufpassen!
Wir sind sowieso schon viel zu nah an Orwell dran!
bh_roth
@Amos: ich bin vollkommen deiner Meinung. Ich würde nur der Babysitterin sagen, dass es Cams gibt. Dann weiß sie, wie sie sich zu benehmen hat, es geschieht nicht heimlich, und ich mache mich deshalb nicht strafbar. Wenn sie das stört, kann sie ja gehen, was mich wiederum nicht stören würde.
Kathleen882
diese Frage würde mich auch interssieren...Im Internet habe ich eine eine getarnte Kamera mit Bewegungserkennung in einem PIR-Bewegungsmelder gefunden. wäre es erlaubt, wenn ich sowas zu Hause installieren würde und gleichzeitig die Babysitterin davon informiere?