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Interview: Kinderfrage erregt Marietta Slomka

Wenn Frauen Ende 30, aber ohne Nachwuchs sind, müssen sie sich die Frage gefallen lassen, wo denn die Kinder bleiben. ZDF-Moderatorin Marietta Slomka, jetzt auch Buchautorin, findet das "chauvinistisch". Im Interview mit dem stern erzählt sie warum und schildert ihren Einstieg in den Polit-Talk.

Die unvermeidliche Kinderfrage bringt ZDF-Moderatorin Marietta Slomka in Wallung. "Ich finde es eigentlich ziemlich traurig, dass Frauen, die mit 39 noch nicht mindestens zwei Kinder haben, unterstellt wird, sie würden Kinder nicht mögen, sie könnten nicht mit kleinen Kindern, sie seien nur karrieregeil", kritisierte Slomka in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. Zum einen sei das "sehr ungerecht", weil oft individuelle Geschichten dahinter steckten. "Und zweitens", so Slomka, "finde ich es auch total chauvinistisch. Denn Männern werden diese Fragen so nicht gestellt."

Pünktlich zum Superwahljahr versucht die 39-Jährige mit ihrem Buch "Kanzler lieben Gummistiefel. So funktioniert Politik" Kinder für Politik zu begeistern. Sie selber habe ihr Politikinteresse mit dem Nato-Doppelbeschluss entdeckt, sagte die Moderatorin des "Heute Journals" dem stern. "Petting statt Pershing" - dieses in den Achtzigern beliebte Motto trug Slomka sicher nicht als Sticker am Parka. Denn die Moderatorin schwamm gegen den Strom. "Da war ich gerade im Konfirmandenunterricht. Während der Ostermärsche 1983 war die evangelische Kirche natürlich sehr friedensbewegt. Da habe ich trotzig gesagt: Ich finde den Nato-Doppelbeschluss richtig", sagte Slomka dem stern.

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