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Krefeld: Klinik überbringt Familie irrtümlich Todesnachricht

Es war nachts, als eine Ärztin des Helios Klinikums in Krefeld eine Frau anrief und ihr die Nachricht vom Tod ihrer krebskranken Mutter überbrachte. Ein Schock für die Familie - doch die 78-Jährige war gar nicht gestorben. Wie konnte es zu dem fatalen Irrtum kommen?

Ein Klinikum in Krefeld überbrachte einer Familie eine falsche Todesnachricht

Ein Klinikum in Krefeld überbrachte einer Familie eine falsche Todesnachricht (Symbolbild)

Ein Klinikum in Krefeld hat einer Familie fälschlicherweise eine Todesnachricht überbracht. "Wir sind tief betroffen über diese tragische Verwechslung und bedauern zutiefst, dass wir der Familie diese Situation so zugemutet haben", teilte eine Unternehmenssprecherin der Helios Klinik auf Anfrage mit. 

Mitten in der Nacht sei die Tochter einer 78-jährigen Krebspatientin von einer Ärztin angerufen und über den Tod ihrer Mutter unterrichtet worden, hatte zuvor die "Westdeutsche Zeitung"  berichtet.

Großvater erfuhr vom vermeintlichen Tod seiner Frau

"Wir haben zwei Stunden geweint. Dann haben wir uns ins Auto gesetzt, um meinem Großvater die Nachricht zu überbringen", erzählte die 22 Jahre alte Enkelin demnach. Als der Mann von der Nachricht erfahren habe, habe er den "Boden unter den Füßen verloren". Er habe sofort ins Krankenhaus fahren wollen.

Das tat die Familie dann auch - und erlebte in der Klinik den zweiten Schock: Die 78-Jährige war gar nicht gestorben. Sie lebte. Die Nachtschwester sagte den Angehörigen, dass es eine Verwechslung gegeben habe.

Was lief im Helios Klinikum in Krefeld falsch?

Wie konnte es zu diesem fatalen Irrtum kommen? Die Klinik stellt es folgendermaßen dar: In besagter Nacht sei eine Patientin mit "ähnlich klingendem Nachnamen" im Nachbarzimmer der 78-Jährigen gestorben. Als die zuständige Ärztin die Angehörigen habe verständigen wollen, sei ihr versehentlich ein Blatt aus der Akte der 78-Jährigen bereitgelegt worden. 

Die Ärztin habe nur den Namen der tatsächlich verstorbenen Patientin gekannt, diesen dann am Telefon genannt, um sich zu vergewissern, dass sie mit einem Angehörigen spreche, sagte eine Helios-Sprecherin. Die Frage sei bejaht worden - und die Ärztin überbrachte die Todesnachricht.

"In einer so emotionalen Situation und bei einem nächtlichen Anruf aus dem Krankenhaus ist es jedoch nachvollziehbar, dass dies von dem Angehörigen so nicht wahrgenommen wurde", sagte die Sprecherin. 

Familie widerspricht Darstellung der Helios Klinik

Doch lief es wirklich so ab? Der Familie zufolge trug es sich anders zu. "In dem Moment war ich hellwach, und ich bin mir sicher, dass die Ärztin Vor- und Nachnamen meiner Mutter genannt hat", zitiert die "WZ" die Frau. 

Der Unternehmenssprecherin zufolge entschuldigte sich die Geschäftsführung der Klinik in einem Schreiben bei der Familie. Es habe auch ein Gespräch mit den Angehörigen und der Patientin gegeben.

kis / DPA
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