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Viehtransporte: Vorwurf der Tierquälerei: Landshut verweigert Transport einer trächtigen Kuh nach Usbekistan

Das Veterinäramt des Landratsamtes Landshut hat den Transport einer trächtigen Kuh nach Usbekistan verhindert. Der Entschluss könnte eine Grundsatzdebatte auslösen. Darüber, ob selbst amtlich genehmigte Viehtransporte Tierquälerei sind.

Tiertransporte in Länder, die Tausende Kilometer entfernt liegen, will das Veterinäramt des Landshuter Landratsamtes in Zukunft verweigern (Archivbild)

Tiertransporte in Länder, die Tausende Kilometer entfernt liegen, will das Veterinäramt des Landshuter Landratsamtes in Zukunft verweigern (Archivbild)

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Die Problematik ist nicht neu: Tagelang werden in Lastwagen eingepferchte Rinder und Kühe transportiert, teilweise bei brütender Hitze, ohne ausreichend Wasser. Von Deutschland ausgehend sind gängige Ziele Aserbaidschan, Kuwait, Ägypten, Libyen, die Türkei oder auch Usbekistan. "Das kann ich persönlich nicht mehr mittragen", sagt Landrat Peter Dreier dem "Landshuter Wochenblatt" zu der Thematik. Was er konkret anspricht, ist der Transport einer trächtigen Kuh nach Usbekistan. Das Veterinäramt am Landratsamt Landshut hatte diesen Export zuvor untersagt. Denn einer trächtigen Kuh die mehrtägige Reise in das zentralasiatische Land zuzumuten, sei – so die Begründung – Tierquälerei.

Transporte in weit entfernte Länder sollen verweigert werden

Auch in Zukunft will das Veterinäramt am Landshuter Landratsamt seine Zustimmung zu derartigen Transporten grundsätzlich verweigern, wie das "Wochenblatt" weiter berichtet. Demnach sollen Transporte in Länder, die Tausende Kilometer entfernt liegen oder in denen Vorwürfe der Tierquälerei laut wurden, verweigert werden.

Diese Haltung in Landshut könnte die Debatte um Tiertransporte aus Deutschland neu anstoßen. Denn bisher sind solche Exporte mit entsprechenden Genehmigungen legal – doch nun verweigern Veterinäre ebendiese.

Drittländer haben oft kaum Tierschutzgesetze

Stand 2018 werden laut "Bayerischem Rundfunk" (BR) etwa vier Millionen Tiere pro Jahr aus der EU in Drittländer exportiert. Nach der EU-Transportverordnung dürfen dabei ausgewachsene Rinder bis zu 14 Stunden am Stück transportiert werden. Gefolgt von einer Stunde Pause. Danach darf der Transporter weitere 14 Stunden fahren, bevor die Tiere abgeladen werden und einen Tag ausruhen. Tierschützer kritisierten laut "BR", dass Drittländer, wie beispielsweise Usbekistan, kaum Tierschutzgesetze haben und bei dem Transport Misshandlungen der Tiere stattfinden würden. 

Ungewiss ist, ob weitere Landkreise sich Landshut anschließen und Genehmigungen zum Transport von Rindern und Kühen zukünftig gegebenenfalls ebenso verweigern. 

Quellen: Landshuter Wochenblatt, br.de, rbb.de 

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