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Trauer, Tod und Abschied Die erste Leiche sah er im Grundschulalter – 15-jähriger TikTok-Star klärt über den Tod auf

Sehen Sie im Video: "Ich kann besser mit Trauer umgehen" – 15-jähriger Bestatter klärt auf Tiktok über Tod auf.














Ich glaube, das kommt ganz klar da von daher das ich ja damit aufgewachsen bin. Also mein Vater ist Bestatter, mein Vater gehört auf die Firma Bestattung Burger und ich kenne das nicht anders. Also mein Vater ist schon immer Bestatter gewesen und es war klar okay, jeder stirbt. Das ist ein ganz normales. Ich habe in meinem jungen Alter schon einen verstorbenen Menschen gesehen, da war ich glaube ich in der Grundschule oder so. Also für mich war schon immer klar, er tut gut dazu und das ist was ganz Normales. Und ich glaube, das sind die Wurzeln oder woher das kommt, dass ich da jetzt einfach so beschäftige und das immer mehr, als weil ich auch Eltern das. Die sagenumwobene Frage also ich war grad wirklich am Arbeiten, hab grad wirklich eine Versorgung gemacht, das mache ich ja hier auch und zwar hab ich grade verstorbene Menschen gewaschen und dann hab ich grad so das ist eigentlich wirklich krass, was ich da grad macht. Also ich waschgang einen verstorbenen Menschen ist es ein bisschen her, dass mir die Idee kam logischerweise und hab mir gedacht, die Leute wissen viel zu wenig darüber bescheid. Warum erzählst du sie nicht einfach? Und dann wusste ich aber, das geplagt dem Ticktack Potenzial hat und dass es viele junge Menschen haben, auch besonders die jungen Menschen. Und dann hab ich mich hingestellt und gesagt Okay, ich versuch's einfach mal aus. Dann hab ich das erste Video hochgeladen und es ging dann sozusagen schon durch die Decke und wusste Okay, das ist ein guter Ansatz, da kann ich weitermachen. Das ist tatsächlich unterschiedlich, aber ich muss dazu sagen, ein ganz, ganz großer Teil ist positiv, also wirklich wahr, cool, was du da machst. Echt? Und wie funktioniert das also wirklich? Viele Fragen zum Eilen, aber auch die noch, wo die Leute sagen So ein super macht. Mach weiter so! Du lässt uns in deinen Beruf einblicken, was sehr spannend ist, aber auch Kommentare wie Du hast mir wirklich geholfen, mit meiner Angst vorm Tod umzugehen. Also ich Mecklenburgs Okay, krass. Ich kann nicht nur die Leute informieren, sondern den Leuten auch wirklich helfen. Und die Angst vielleicht vom Tod, die ja definitiv da ist, bei vielen Menschen auch wirklich mindern. Und das finde ich schon eine gute Sache. Natürlich gibt's auch vereinzelt Leute, die sagen sowas macht man keine Videos oder halt Hate, wenn man es so nennen will. Das kommt aber wirklich eigentlich eher seltener vor. So positive Kommentare sind da die Handlichkeit. Denke zum einen, weil es halt einfach Suizid ist wirklich ein sehr sensibles Thema. Und das betrifft auch eigentlich leider. Natürlich gibt's das und leider betrifft das auch viele Menschen und man hört es immer wieder. Vielleicht den Nachten oder hat sich wieder jemand vor den Zug geworfen oder auf die Schienen gelegt? Und jetzt ist es aber so, man bekommt es von der einen Seite mit und dann ist aber vielleicht bei manchen die Frage Ja und dann? Was ist denn dann eigentlich? Was passiert denn? Der machte das eigentlich. Und da kommt dann halt wir als Bestatter ins Spiel. Und solche Fälle kommen halt auch vor. Das hatten wir auch schon. Ich persönlich habe so mitgemacht. Dazu bin ich zu. Also bin ich noch nicht lange genug dabei. Mein Vater hatte das. Ich kenne auch Geschichten und das kommt vor. Und es ist eben die Sache ok. Wie ist es denn eigentlich für den Bestatter? Was beginnt da davor? Und ich glaube, das ist schon so ein Ding. Und deswegen ist es halt auch sozusagen wirklich erfolgreich und besteht Decke gegangen zu sein. Ist auf jeden Fall nicht ohne. Ich muss, aber ich sag wieder an der Stelle dazu, dass mein Vater zum einen und ich glaube, ich habe das von meinem Vater auch so mitbekommen oder so beherrscht, ich weiß nicht, so würde ich halt in dem Bereich erzogen, sozusagen. Wir können das gut von uns fern halten. Mein Vater sowie auch ich sowie auch Kollegen aus einer anderen Thiemann unterhält sich auch drüber. Das heißt nicht, dass es keine richtige Situation ist. Natürlich, wenn man auf den Gleisen ist und muss sozusagen Körperteile einsammeln. Das ist es wie, wie, wie abgefahren oder wie krass ist es denn? Ganz, ganz klar. Aber man kann das auch, oder? Wir halten das auch von uns fern. Und das ist auch ganz, ganz wichtig, weil sonst könnte man das nicht machen und sonst wird es definitiv auf die Psyche gehen. Und so ist es und man redet natürlich auch drüber. Also das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Nicht einfach Cordy sagen hör ich gar nicht, sondern man redet drüber. Natürlich. Mein Vater und ich tauschen uns aus. Okay, was hab ich heute erlebt? Was war vielleicht für ihn mal Krach? Und so kann man damit auch umgehen. Ich muss ganz ehrlich sagen, mir macht es nichts, außer mich ist das für mich ganz normal und ich muss auch dazu sagen, dass man sich wirklich dran gewöhnt. Also als ich das erste Mal einen Verstorbenen gesehen hab, war das für mich schon was Neues. Aber für mich war es klar okay, das ist halt einfach das, was mein Vater arbeitet und da halt ein verstorbener Mensch jeder tut. So bin ich damit aufgewachsen. Und zum anderen, als ich dann wirklich das erste Mal den Verstorbenen berührt habe, ist das natürlich ungewohnt. Aber diese Schwelle oder diese, diese Grenze, wo man sagt das ist krass für mich oder das ist eklig. Die verschiebt sich wirklich schnell nach hinten. Auch mit der Zeit und mit den Dingen, die man macht und sieht. Und deswegen ist das für mich wirklich etwas ganz Normales. Ich habe auch mal ein Beispiel Die Verstorbenen sind ja in der Kühlung bei uns. Das muss ich mir vorstellen, dass es so einen Raum, der wird gekühlt logischerweise immer bei zirka 5 Grad und das sind die Verstorbenen in Särgen drin. Und das ist durchaus schon mal passiert, wenn man einen Sarg rein oder raus schieben muss. Ich habe einen Sarg eingeschoben und dann das hinter mir und die Tür zu gefallen und das Licht war aus. Ist für mich wirklich kein Problem, wo vielleicht jemand anders sagt Das ist ja Horror, das geht ja gar nicht. Ich bin im Raum mit Verstorbenen, mit Leichen sozusagen. Für mich ist es aber kein Problem, weil ich einfach diese Schwelle nach hinten verschoben habe. Und das geht eigentlich automatisch. Also das ist für mich etwas ganz Natürliches. Ich denke, dass man trauern und Abschied hat in meinem Leben. Natürlich darf ich das ich halt Bestatter bin schon auch einen sehr hohen Stellenwert. Man hat jeden Tag mit Angehörigen zu tun, man erfährt sehr viel Leid mit und ich glaub oder bei mir ist das auf jeden Fall so. Im Kopp ändern sich auch ein paar Ansichten nicht. Ich glaube, man weiß, ob manche Sachen mehr zu schätzen. Man bekommt das Thema Tod hautnah mit. Ok. Zu schnell kann es gehen. Man hat nicht immer nur natürliche Tode. Man hat auch mal einen Autounfall vielleicht und muss eine Versorgung machen, die vielleicht bisschen krasser ist. Ich hatte mal jemanden, der wurde vom eigenen Auto überfahren. Jetzt als Beispiel. Die Versorgung war auch echt unschön und da denkt man sich dann schon so okay. So schnell kann es gehen und da ändert sich schon Ansichten. Denke ich auch. Ich glaube aber auch, dass ich besser oder oder vielleicht für mich besser mit Trauer umgehen kann, weil ich's einfach glaube ich auch in der Arbeit auch lernen. Wenn man Bestatter ist, ist man quasi auch eine Stütze für andere, die selber in Trauer sind. Und wenn man dann selber in Trauer ist, dann kann man auf einmal sein eigenes Wissen, was man den Leuten über mitteilt oder den Leuten hilft, bei sich selber anwenden. Und ich glaub das bringt einem schon auch was. Auf jeden Fall aber nicht, weil jemand gestorben ist also meine Oma ist gestorben. Natürlich hab ich da auch getrauert. Es war bisschen blöd, weil da war ich gerade im Urlaub mit meiner Mutter und die ist dann gestorben. Dann kann ich nicht zur Trauerfeier. Aber so hab ich zum Glück tatsächlich niemand sehr, sehr enges verloren im Sinne von, dass jemand gestorben wäre. Aber natürlich hab ich auch um Engel Leute getrauert. Jetzt nicht unbedingt, weil sie gestorben sind, aber da konnte ich das definitiv auch anwenden und ich musste damit auch besser umzugehen, sage ich so. Ich weiß nicht, ob ich in fünf Jahren sagt Wüsste, was ihr mit euren Bestattungen. Ich will etwas ganz anderes machen, kann passieren. Aber jetzt aktuell ist schon der Plan. Ich denke, wenn ich nach der Schule, weil ich dann die Ausbildung als Bestatter-Fachkraft mache, dann kann ich mir noch vorstellen und da kann man noch eine andere Ausbildung machen als Thanatos Loge sozusagen. Dann kann man noch einbalsamieren. Also da gibt's schon viele Sachen, die ich so auf dem Schirm hat und die ich eigentlich geplant habe. Also das spielen wirklich ganz, ganz viele Faktoren reinigen, zeigen. Zum einen. Ich bin damit aufgewachsen. Das Thema ist schon immer meinem Leben vorhanden. Dann zum anderen. Das ist hier hier im Team, bei Bestattung Burger. Das ist nicht mit den Arbeitskollegen, sondern wir sind wirklich eigentlich mehr so wie eine Familie und eigentlich auch Freunde. Man trifft sich vielleicht auch mal privat und arbeitet dann zusammen. Wir haben, wir haben auch Spaß bei der Arbeit. Das kann man schon auf jeden Fall zu sagen. Natürlich nicht, sodass es respektlos ist. Oder dass wir irgendwie lachen über über das Leid oder so. Wir haben. Wir sind sehr pietätvoll und machen die Arbeit mit Respekt. Aber natürlich haben wir auch bei der Arbeit Spaß. Das ist, denke ich, für mich auch ein großer Punkt, dass ich, wenn ich hier herkommt, dann merke ich gleich Okay, mir selber verkeilen. Was ist das? Was müssen wir jetzt machen in der Versorgung? Okay, also das macht mir auf jeden Fall auch großen Spaß. Und zum anderen kann man halt Leuten einfach helfen. Ich weiß, am Ende des Tages hab ich jemanden geholfen mit meiner Arbeit. Inwiefern auch immer. Und das ist auf jeden Fall ein sehr gutes Gefühl.

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Luis Bauer ist 15, Bestatter und Tiktok-Star. Auf der Social Media Plattform erklärt er seinen Followern, was sie schon immer über Tod, Trauer und Abschied wissen wollten. Inzwischen haben bereits Millionen seine kurzen, informativen Clips gesehen.

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