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"Lulin": Giftgrüner Komet in Sichtweite

Am Dienstag fliegt der grüne Komet Lulin an der Erde vorbei. Ob er mit bloßem Auge zu erkennen sein wird, ist jedoch unklar. Gefährlich werden kann der Schweifstern der Erde nicht - obwohl sich in seinem Inneren eine giftige Substanz befindet.

Deutsche Sternengucker können den giftgrünen Kometen Lulin nur mit viel Glück mit bloßem Auge erkennen, wenn er sich in der Nacht von Montag auf Dienstag der Erde nähert und am Dienstag vorbeifliegt. Lulin sei "schlicht und einfach nicht hell genug", sagt Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst. Man brauche deshalb einen dunklen Himmel und keine störenden Lichtquellen, um den Kometen zu sehen. Außerdem dürfe es weder Dunstfelder noch Wolken geben. In den kommenden Nächten sei dies aber nicht zu erwarten. "Wolkenlücken sind Glückssache", so Engel.

Der im Juli 2007 entdeckte Komet bewegt sich am Dienstag durch die Sternbilder Jungfrau und Löwe. Seine grüne Farbe stammt vom giftigen Zyan, das bei vielen Kometen vorkommt. Auch ein ebenfalls dort vorhandenes kleines Kohlenstoffmolekül leuchtet laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa grün, wenn es im Vakuum des Weltraums von der Sonne angestrahlt wird.

Mit einer Minimaldistanz von rund 60 Millionen Kilometern kann Lulin der Erde nicht gefährlich werden - der Abstand entspricht 40 Prozent der Entfernung von der Erde zur Sonne. Selbst wenn die Erde durch einen zyanhaltigen Kometenschweif flöge, würde nichts passieren, beruhigte die Nasa. Der feine Schweif könne nicht in die Erdatmosphäre eindringen. Italienische Astronomen beobachteten kürzlich per Teleskop, wie Lulin einen Teil seines Plasmaschweifs verlor.

DPA / DPA
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