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Citytrip Kopenhagen: Die hippe und hyggelige Metropole

Auch wenn die Dänen die coolste Mode und das avancierteste Design produzieren, ihre kleine Hauptstadt wirkt weiterhin gemütlich - hyggelig eben. Eine City-Trip mit Tipps aus den sozialen Netzwerken.

Von Silke Müller

E-Mail von Rasmus Rekyl: "Go to Haven at 10". In einem Keller, irgendwo auf dem ehemaligen Gelände der Carlsberg-Brauerei, soll heute eine Party stattfinden. Ich aktiviere Google Maps, auf dem Stadtplan von Kopenhagen leuchtet ein schwarz-weiß gewürfeltes Zielsymbol. Mit dem Mietfahrrad radle ich durch die Nacht. Ich will mitfeiern. Eigentlich kenne ich Rasmus gar nicht. Den privaten Veranstalter, der schon eine Weile in Kopenhagen das Nachtleben aufmischt, fand ich auf Facebook. Ich vertraue Unbekannten, sammle Tipps von Blogs, Airbnb-Vermietern und Facebookern wie Rasmus.

Diese Reiseidee ist nicht neu, aber wenn eine Stadt dafür taugt, dann Kopenhagen. Weil Kopenhagen mit seiner Design-, Mode- und Ausgehszene in Europa zwar bemerkenswerte Akzente gesetzt hat, aber eine zutiefst menschliche Großstadt geblieben ist. Nur 560.000 Kopenhagener wohnen zwischen Parks, Kirchen, Fahrradstraßen, Øresund und Christianshavn, fast alle duzen sich, und wenn Rasmus' Tipp mir nicht gefällt, kann ich einfach nach Hause radeln, so sicher und übersichtlich ist es hier. Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, kennt sich oder lernt sich schnell kennen.

Persönliche Tipps von Peter

Peter zum Beispiel, 29 Jahre alt, Ingenieur einer Schweizer Schraubenfabrik. Wenn er in Asien unterwegs ist, vermietet er seine Zwei-Zimmer-Wohnung im Stadtteil Nørrebro über das Internetportal Airbnb, wo Privatleute weltweit Quartiere anbieten. Für rund 65 Euro pro Nacht ruhe ich auf seinem hohen Doppelbett und schaue auf eine Birkenwald-Fototapete. Morgens bringen Eltern ihre Kinder mit Fahrrädern in die Kita gegenüber, abends steigen die Jungs von der WG mit etlichen Sixpacks Tuborg die Treppe hoch. Der Supermarkt um die Ecke verkauft bis 21 Uhr gekühlten Weißwein und asiatische Snacks. Fühlt sich an wie zu Hause.

Die Tipps von Peter führen mich ein paar Straßen weiter ins "Nørrebro Bryghus" mit täglich aktualisierter Bierkarte. Peter braut sein eigenes Bier und ist Mitglied der Bierbrauer-Gilde. Das "Bryghus" ist sein Lieblingsort. Meiner wird es nicht. Aber so entdecke ich das Viertel zwischen Amor Park, Nørrebroparken und Ågade: Cafés, kleine Modeläden, Bars, Antik-Shops, Kunstgewerbeläden, Second- Hand-Boutiquen. "Mélange de Luxe" zum Beispiel mit fast neuen Designerkleidern. Im Moment ist Fashion Week in Kopenhagen, eine Mode-Bloggerin interviewt den Inhaber Christoph Baran: "Kopenhagen-Style? Meilenweit von dem angeblich so angesagten Berlin-Schick entfernt. Ambitionierter, eleganter. Berlin ist so 1989", haucht er ins Mikrofon.

Perfekte Work-Life-Balance

In einer Seitenstraße des Assistens-Friedhofs werden Tische und Stühle aus den Souterrain-Cafés auf die Straße geschleppt. Christian Andersen liegt hier begraben und einige weitere Prominente. Kim Katrine und ihre Schwester Mieke schwänzen die Univorlesung, um im "Coffee Collective" Kaffee zu trinken. Nicht irgendeinen Kaffee. Der "World Barista Champion" Klaus Thomsen gehört zum Inhaber-Kollektiv. Eigentlich ist es völlig normal, dass sich die Cafés schon am frühen Nachmittag füllen. Die Kopenhagener haben eine solide Work-Life-Balance. Um 18 Uhr schließen die meisten Geschäfte. Danach ist, so lange es nicht gießt, Festival-Stimmung auf den Straßen.

Nach welchen Kriterien angesagte Treffpunkte entstehen, ist selbst den Machern des "Kobenhavns Magasin", das in Kneipen und Läden ausliegt, schleierhaft. Ratlos konstatieren sie, dass der Mittelstreifen des Sønder Boule‑ vard in Vesterbro zur heißesten "Freitagsbar" avancierte. Ein paar Minuten mit dem Rad, schon bin ich mittendrin, kaufe mir in einem der Kioske ein Sixpack Djævlebryg-Bier ("Teufelsgebräu"), setze mich zwischen die vielen Menschen. Cannabis- Dunst mischt sich mit dem Duft von Pizza. Aus der geöffneten Tür der "Itzi Pitzi"-Pizzeria orgelt Freejazz in Höllenlautstärke. Zum "Teufelsgebräu" balanciere ich wenig später mein Abendessen auf das besetzte Straßenbegleitgrün.

Volksaktie aus Christiania

Kaum zu glauben, dass sich die Kopenhagener ihre Stadt noch leisten können. Die Lebenshaltungskosten gehören zu den höchsten in Europa. "Wir müssen alle irgendwie Geld verdienen. Aber Karriere?", räsoniert der Journalist Clemens beim Bier in einer der altmodischen Eckkneipen mit Spitzendeckchen und Nikotingilb, in denen sich frühmorgens alle treffen, die nicht ins Bett gefunden haben. "Karriere führt hier nicht immer nach oben. Man kann Chef sein und dann auch wieder eine untergeordnete Position einnehmen oder was ganz anderes machen. Die Angst, einen Fehler zu begehen, seine Biographie zu ruinieren, gibt es hier nicht."

Selbst die Antikapitalisten Christianias, die vor 40 Jahren ein Militärgelände besetzten, haben ihr Hippieleben mittlerweile mit Hilfe einer "Volksaktie" privatisiert und puffern ihre Joints auf einem Filetgrundstück, für das Immobilienentwickler auf kriminelle Gedanken kommen könnten. Und dass Kopenhagen mit Regierungssitz, Königin und Anschluss an die Weltmeere, der größten Containerschiff-Reederei der Welt, dem modernen Opernhaus, dem neuen Viertel Ørestad und den vielen Sterne- Restaurants seinen Reichtum zur Schau trägt, scheint auch niemanden weiter zu stören.

Liegt es daran, dass das Land von zwei Frauen regiert wird, die Skandinavierinnen im Vergleich zum Rest der Welt auch sonst die größten Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg haben? Als die Vereinten Nationen 2012 die glücklichsten Menschen der Welt suchten, fanden sie - die Dänen. Und vor kurzem wählte das It-Magazin "Monocle" Kopenhagen zum wiederholten Mal zur Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität. Bescheiden macht das nicht. Die Kopenhagener vergleichen sich lieber gleich mit Berlin oder New York, nennen Nørrebro stolz "Nørrebronx" oder den neuen Szenebezirk Kødbyen "Meatpacking District". Doch weder in Berlin noch in New York wird so familiär, unaufgeregt und heiter gelebt und gefeiert wie in Kopenhagen.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(