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Überall Dreck und leere Flaschen: Der Flughafen auf Ibiza verkommt zur Müllkippe - aus einem kuriosen Grund

Überquellende Mülleimer, ein Meer leerer Plastikflaschen: Auf Ibiza beginnt die Hochsaison - aber die Reinigungskräfte des Flughafens haben die Arbeit niedergelegt. Der Grund für den Streik ist für die Touristen nachvollziehbar.

Ibiza Airport

"Benvinguts a Eivissa" heißt es nach dem gut zweistündigen Flug auf dem Flughafen von Ibiza. Doch in diesen Tagen wundern sich die gerade gelandeten Urlauber auf Mallorcas kleiner Schwesterinsel: Willkommen auf Ibiza - in einem Meer von leeren Pet-Flaschen.

Grund für das Müll-Chaos auf dem Aeroport d'Eivissa Sant Josep, so der offizielle Name des Flughafens, ist ein Streik des Reinigungspersonals auf der Ferieninsel. Seit Tagen werden die Müllbehälter nicht mehr geleert, die Fußböden sind übersät mit Abfall und die Klos zugesperrt.

"Ich war schon an vielen Flughäfen, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Es sieht aus wie in der Dritten Welt", sagte ein Tourist der Zeitung "Manchester Evening News". Laut Aussagen weiterer Reisender verursachen nicht entsorgte Windeln für unangenehme Gerüche. "Das ist eine Apokalypse. Überall tonnenweise Abfall", kommentiert ein Augenzeuge.

Madrid ist Schuld

Doch wer glaubt, dass die Streikenden für mehr Lohn oder bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, wird eines Besseren belehrt. Das Putzgeschwader fordert etwas ganz Selbstverständliches: ihren ausstehenden Lohn. Nach Angaben der Zeitung "Ultima Hora" haben sie seit drei Monaten kein Gehalt mehr ausbezahlt bekommen.

Ihr Arbeitgeber ist die Aktiengesellschaft Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (Aena) mit Sitz in Madrid. Der Staatsbetrieb ist der Flughafenbetreiber aller größeren Flughäfen in Spanien. Inzwischen hat sich auch das Bürgermeisteramt von Sant Josep in den Konflikt eingeschaltet und an Aena appelliert, den Reinigungskräften den Lohn für ihre bereits geleistete Arbeit zuzusichern.


Die Streikenden informieren die Passagiere mit Transparenten und in Gesprächen über ihre verzweifelte Situation. "Wir streiken so lange, bis wir Geld bekommen", sagt Rosa Maria dem Sender "SWR3". "Viele von uns haben Kinder und warten seit drei Monaten auf das Gehalt. Kredite laufen weiter – wir müssen Strom bezahlen, Wasser. Das kann hier gerade niemand.“

Der Streik zieht inzwischen über fünf Tage hin. Durch Himmelfahrt werden bis zum Wochenende Zehntausende von neuen Urlaubern erwartet. Bei vielen Fluggästen stößt der Arbeitskampf auf Verständnis. "Ich finde es ganz normal, dass man streikt, wenn drei Monate das Gehalt ausbleibt. Das ist eine Schande!", sagt eine junge Katalanin aus Barcelona.

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