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Corona auf den Balearen Partyszene infiltriert: Ibiza heuert Ausländer an, um illegale Feiern zu melden

Party-Hotspot Ibiza: Angesichts der Beschränkungen in der Corona-Pandemie werden illegale Feiern in Privathäusern organisiert
Party-Hotspot Ibiza: Angesichts der Beschränkungen in der Corona-Pandemie werden illegale Feiern in Privathäusern organisiert
© Till Bartels
Ibiza ist Party-Insel – doch wegen der hohen Corona-Zahlen sind die Clubs derzeit geschlossen. Weil zahlreiche Feierwütige sich stattdessen in privaten Villen illegal vergnügen, greift die Polizei zu einem ungewöhnlichen Mittel.

Spanien gilt wegen seiner vielen Corona-Fälle als Hochinzidenzgebiet. Zwar scheint der Höhepunkt der aktuellen Welle überschritten und die Zahlen gehen seit einigen Tagen wieder zurück, doch auf den Balearen mit Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin hoch. Laut dem spanischen Gesundheitsministerium lag sie dort am Mittwochnachmittag bei 235,24.

"Illegale Partys sind eine Gefahr für die Gesundheit"

Die Behörden auf Ibiza glauben, einen Grund für die zahlreichen Infektionsfälle auf der Urlaubsinsel ausgemacht zu haben: illegale Partys. Angesichts der geschlossenen Clubs und einer nächtlichen Sperrstunde – zwischen ein und sechs Uhr morgens sind Treffen von Personen aus unterschiedlichen Haushalten untersagt – feiern viele Menschen in Privathäusern. Dagegen will die Polizei nun mit einer speziellen Einsatztruppe vorgehen, rekrutiert aus Ausländern, wie die Zeitung "Periódico de Ibiza" berichtet.

Die Polizei brauche für die verdeckten Operationen Ausländer, weil die Einheimischen bereits Tipps bekommen hätten, wie die örtlichen Beamten aussähen, heißt es. Außerdem leide die Polizei unter einem Mangel an Ressourcen und sei mit den illegalen Veranstaltungen überfordert, sagte der Vizepräsident des Inselrates, Mariano Juan Colomar, der Zeitung. Deshalb sollten Personen, die nicht von der Insel stammten, angeheuert werden, sich als Touristen ausgeben, die Partyszene infiltrieren und verbotene Feiern der Polizei melden. 

"Es handelt sich um professionelle Gruppen, die aus dem Ausland kommen, um das fehlende Nachtleben zu kompensieren" berichtete Juan Colomar "Euronews" über die Organisatoren der Partys. Und weil die Polizei dort nicht so ohne Weiteres Zugang habe, würden die Feiern in Privathäusern veranstaltet.

"Illegale Partys sind nicht nur ein Problem für die öffentliche Ordnung, was sie schon immer waren, sondern stellen nun auch eine eindeutige Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar", erklärte der Ratsvize. "Auf diesen Partys sind nicht nur Touristen anzutreffen, sondern auch Anwohner und Saisonarbeiter, die sich mit der übrigen Bevölkerung vermischen und bei Ansteckung ein Problem darstellen können."

Für die Unterwanderung der Party-Szene suchen die Behörden Personen im Alter von 30 und 40 Jahren. "Es ist nicht einfach", sagte Juan Colomar, "aber wir arbeiten seit zwei Wochen daran."

Armando Tur, Sprecher der Regierung der Baleareninsel, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei bereits eine Detektivagentur "beauftragt" worden, die entsprechende Ermittler für den August rekrutieren solle. Es werde nur auf Profis zurückgegriffen, betonte Tur, der bereits Initiativbewerbungen aus "mehreren europäischen Ländern" erhalten habe.

Massenveranstaltungen auf Ibiza verboten

Ibiza ist berühmt für sein Nachtleben, das die besten DJs der Welt anzieht. Hunderttausende von Touristen sind in den letzten Monaten auf die spanische Insel geströmt, da mehr und mehr Europäer geimpft sind und die Reisebeschränkungen gelockert wurden.

Massenveranstaltungen sind auf Ibiza jedoch verboten, um die Verbreitung von Covid-19 zu bekämpfen. Die Geldstrafen für die Organisation illegaler Partys auf den Balearen reichen von 100.000 bis 300.000 Euro.

Quellen: Spanisches Gesundheitsministerium"Periódico de Ibiza""Euronews"

mad

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