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Kurioses Video: Wie beim Billigflieger das Gepäck ausgeladen wird

Die Koffer werden geworfen, getreten und knallen aufs Rollfeld. Ein Passagier hat mit seinem Handy am Flughafen Luton eine Szene festgehalten, wie rabiat einzelne Gepäckmitarbeiter ihren Dienst verrichten. Das Video über die Gepäck-Misshandlung entwickelt sich zum viralen Hit.

Haben Sie sich als Flugpassagier auch schon einmal gefragt: Wie wird eigentlich mit meinem Gepäck umgegangen, nachdem ich es aufgeben habe? Vom Förderband verschwindet das Gepäck auf fast allen großen Flughäfen in den Kellergewölben und wird automatisch sortiert - und meistens pfleglich behandelt.


Eine ganz andere Erfahrung machte ein Fluggast am Flughafen Luton, dem auf Billigflieger spezialisierten Airport 50 Kilometer nordwestlich von London. Der Schwede Jonas Neville Ozolins sah beim Warten, wie gerade eine Maschine von Easyjet entladen wurde - und glaubte zunächst nicht, wie zwei Angestellte des Bodenpersonals die Koffer aus dem Airbus auf die Pritsche eines Kleinlasters warfen.

Beherzt griff er zu seinem Telefon, hielt die Szene fest und lud später den knapp halbminütigen Clip auf Facebook hoch. "Das erste Gepäckstück wurde auf der Rückseite des Trucks geworfen. Mein erster Gedanke war, dass er den Wurf falsch eingeschätzt hat und dass es ein Unfall war. Dann flogen aber weitere Koffer", berichtet er der Zeitung "Evening Standard". Es habe das Ganze aufgenommen, "um den Besitzern des Gepäcks zu helfen, falls etwas Wertvolles beschädigt wäre."

"Inakzeptabeles" Verhalten der Gepäckarbeiter

Nicht die Fluggesellschaft, sondern die Bodengepäckdienste des Airports sind für das Be- und Entladen der Flugzeuges zuständig. Meist haben die Airports diese Tätigkeit - wie auch in London-Luton - an Subunternehmen outgesourct. Diese beschäftigen Aushilfskräfte zum gesetzlichen Mindestlohn.

Inzwischen hat auch die Firma Menzies Aviation in Luton, die für das Ausladen des Easyjet-Fluges verantwortlich ist, auf den Fall reagiert und das Benehmen der im Video gezeigten Gepäckmitarbeiter als "inakzeptabel" eingestuft. Die Antwort gegenüber der Zeitung liest sich wie in solchen Fällen üblich. "Wir werden alles Notwendige ergreifen, um sicherzustellen, dass dieses Verhalten gestoppt wird."

Das Video sorgt für besondere Aufregung: Erst am Dienstag kündigten die US-Behörden an, dass auf bestimmten Flügen in die Vereinigten Staaten die Passagiere ihre Laptops nicht mehr im Handgepäck mit sich führen dürfen. Ab dem Wochenende werden die Reisenden also gezwungen, ihre größeren elektronischen Geräte im aufgegebenen Gepäck befördern zu lassen. Bleibt zu hoffen, dass mit den Koffern nicht so umgegangen wird wie in London-Luton.

tib

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