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Fluggastrechte: Was tun, wenn der Koffer verschwindet?

Im vergangenen Jahr verschwanden weltweit auf Flughäfen knapp 26 Millionen Gepäckstücke. Die Mehrheit der vermissten Koffer taucht zwar wieder auf, Reisende haben dennoch Anspruch auf Entschädigung.

Meist tauchen vermisste Koffer innerhalb von 48 Stunden wieder auf

Meist tauchen vermisste Koffer innerhalb von 48 Stunden wieder auf

Fast 26 Millionen Gepäckstücke wurden im vergangenen Jahr weltweit auf Flughäfen vermisst. Laut der auf Luftfahrtdaten spezialisierte Organisation Sita kamen 99,1 Prozent der Koffer rechtzeitig beim Besitzer an. Der jedes Jahr veröffentlichte "Baggage Report" vermeldet eine gute Nachricht für alle Flugreisenden: Obwohl die Summe der Flugpassagiere im vergangenem Jahr auf 3,5 Milliarden gestiegen ist, gab es weniger fehlgeleitete Gepäckstücke als im Vorjahr: Im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Zahl fehlgeleiteter oder verloren gegangener Gepäckstücke um 70 Prozent gesunken., auch dank neuer Scanner-Technologie.

Auch die große Mehrheit der verschollenen Koffer tauchte laut Sita innerhalb von 48 Stunden wieder auf. Doch die beim Transfer auf falsche Förderbänder und Gepäckwagen gelegten Koffer von Umsteigepassagieren kostet der Branche allerdings 2,1 Milliarden US-Dollar: Mehr als 10 Millionen solcher Transfer-Gepäckstücke blieben irgendwo liegen, oft wegen zu knapper Umsteigezeiten.

Was muss ich tun, wenn mein Gepäck nicht an der Ausgabe ankommt?

Kommt das Gepäck nicht an, sollten sich Reisende sofort an die Gepäckermittlung, ihre Fluggesellschaft oder den Reiseveranstalter wenden. Wichtig ist, eine formelle Verlustmeldung aufzugeben. Dem Reisenden steht eine Kopie davon zu.

Wie werde ich bei verspätetem Gepäck entschädigt?

Die Fluggesellschaft muss bei verspätetem Gepäck für Einkäufe am Urlaubsort aufkommen, die durch die Verspätung nötig werden. Dabei gilt das Prinzip der Schadensminderung. Passagiere sollten also zunächst nur das Nötigste und keine Luxusartikel einkaufen. Dafür können sie bei der Fluggesellschaft einen Vorschuss erfragen. Die Quittungen der gekauften Waren sollten die Kunden aufheben, um sie nachher vorlegen zu können.

Wie kommt das verspätete Gepäck in die Unterkunft?

Viele Fluggesellschaften liefern das verspätete Gepäck ohnehin in die Unterkunft nach. Ausdrücklich verpflichtet sind sie dazu nicht. Sie müssen aber für die Schäden durch die Verspätung haften - bei einem Rechtsstreit könnten die Passagiere also auch Fahrtkosten für die Abholung geltend machen.

Wie wird für immer verlorenes Gepäck entschädigt?

Für die Entschädigung von Gepäck, das gar nicht mehr auftaucht, gilt eine Grenze von rund 1100 Euro pro Reisendem. Als endgültig verschollen gelten Taschen und Koffer nach maximal 100 Tagen.

Was muss ich bei Pauschalreisen beachten?

Bei Pauschalreisen kann zusätzlich zur Entschädigung der Reisepreis gemindert werden. Dafür gilt laut Verbraucherschützern die Regel "bis zu 25 Prozent" Preisminderung pro Tag, an dem das eigene Gepäck nicht zur Verfügung steht - weil der Wert der Reise durch den Ärger abnimmt. Bei Pauschalreisen werden auch die Entschädigungsansprüche an die Fluggesellschaften über den Veranstalter abgewickelt.

Ist eine Reisegepäckversicherung sinnvoll?

In vielen Fällen sind Reisegepäckversicherungen nach Ansicht von Experten überflüssig. Geht das Gepäck beim Flug verloren, haftet die Fluggesellschaft. Sie ist allerdings nur für aufgegebenes Gepäck verantwortlich, bis zu der genannten 1100-Euro-Grenze. Eine Gepäckversicherung kann sich lohnen, wenn besonders teure Waren zusätzlich abgesichert werden sollen.

Wo gelten diese Rechte?

Die Rechte gelten, wenn Abflugs- und Zielort in Ländern liegen, die das sogenannte Montrealer Übereinkommen unterzeichnet haben. Dazu zählen unter anderem alle EU-Staaten, die USA und Japan. Die Rechte gelten zudem für alle EU-Fluggesellschaften, auch wenn sie in ein Nicht-Unterzeichner-Land fliegen oder von dort kommen.

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AFP
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.