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Baggage Report 2018: Flugreisen: Immer weniger Koffer werden fehlgeleitet

Gute Nachricht für alle Flugreisende: Statistisch gesehen gehen immer weniger Gepäckstücke verloren, wie die jährliche Studie eines Dienstleister besagt. Doch an anderer Stelle der Reisekette gibt es einen Engpass.

Passagiere mit viel Gepäck: im Terminal 5 des Flughafens London-Heathrow.

Passagiere mit viel Gepäck: im Terminal 5 des Flughafens London-Heathrow.

DPA

Geht ein Koffer auf einer verloren, sind die Chancen gestiegen, dass das Gepäck innerhalb von 48 Stunden wieder auftaucht und seinem Besitzer zugestellt werden kann. Das geht aus dem "Baggage Report 2018" der auf Luftfahrtdaten spezialisierte Organisation Sita hervor, der diese Tage für das vergangene Jahr veröffentlicht wurde.

Pro 1000 Passagiere werden weltweit im Schnitt 5,57 stark beschädigt oder deutlich verspätet ausgeliefert. Dieser Wert markiert den niedrigsten überhaupt. Denn vor zehn Jahren war das Risiko noch mehr als drei Mal so hoch, dass ein Koffer fehlgeleitet, gestohlen oder verloren ging.

Damit ist der Trend genau gegenläufig zum Wachstum des Luftverkehrs: 2017 sind mehr als vier Milliarden Menschen in Flugzeugen unterwegs gewesen. Doch der "Baggage Report", der auf 4,65 Milliarden aufgegebenen Gepäckstücken basiert, zeigt deutlich regionale Unterschiede.

Asia hui - Europa pfui

So verzeichnen die Vereinigten Staaten und Asien die minimalen Werte nur 2,4 beziehungsweise 1,92 verlorene Koffer pro 1000 Passagiere. In dagegen ist das Risiko, einen Koffer zu verlieren, aufgrund vieler Umsteigeverbindungen deutlich größer: Hier sind im Schnitt 6,94 Gepäckstücke von 1000 betroffen.

"In den letzten zehn Jahren haben wir deutliche Verbesserungen beim Gepäck-Handling festgestellt, da Fluggesellschaften neue Technologien genutzt haben", sagt Barbara Dalibard, die Chefin von Sita. "Mit der IATA-Initiative zur 100-prozentigen Gepäckverfolgung wird die Technologie weiter steigen. Das Verfolgen der Reisekette von einem Ende zum anderen erzeugt Daten, die aufzeigen, wo Verbesserungen vorgenommen werden können."

Moderne Gepäckabfertigungsanlagen und die zunehmende Digitalisierung der Prozessabläufe haben die Genauigkeit des Gepäcktransport kontinuierlich verbessert.

Längere Wartezeiten am Gepäckband

Für den Passagier eher negativ gelten dagegen zwei Entwicklungen: Durch die Tendenz möglichst nur mit Handgepäck zu fliegen, sind die Gepäckfächer in der  Flugzeugkkabine rasch gefüllt. Nachträglich muss am Gate noch der eine oder andere Koffer abgeben werden.

Zum anderen haben sich auf einigen Flughäfen die Wartezeiten nach der Landung verlängert, ehe das aufgegebene Fluggepäck auf den Gepäckbändern erscheint. Als Ursache wird von den Flughafengesellschaften unisono Personalmangel angegeben. Viele Stellen bleiben unbesetzt, denn durch Outsourcing sind die Löhne in diesem Dienstleistungsbereich auf unterstem Niveau, und es lassen sich nicht ausreichend Arbeitskräfte finden.

Sollte auch nach langem Warten der Koffer nicht auftauchen, bleibt nur der Weg zu einem Gepäckschalter der Airline mit dem Schild "Lost & Found", um den Verlust zu melden. Allerdings haftet eine Fluggesellschaft nur bis zur Obergrenze im Wert von 1100 Euro pro Reisenden.

+++ Lesen Sie auch: "Fluggastrechte - Was tun, wenn der Koffer verschwindet?" +++


tib
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