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Reise-Knigge Thailand: Geben Sie großzügig Trinkgeld - und berühren Sie keine Köpfe

Andere Länder, andere Sitten: Einige Umgangsformen in Südostasien unterscheiden sich deutlich von westlichen Gewohnheiten. Der stern hat die wichtigsten Umgangsregeln zusammengefasst.

Von Sandra Hermes

Das vom Buddhismus geprägte Thailand gehört zu den beliebtesten Fernreisezielen der Deutschen

Das vom Buddhismus geprägte Thailand gehört zu den beliebtesten Fernreisezielen der Deutschen


Wie begrüßen sich Thais? Die traditionelle Begrüßung ist in Thailand der Wai. Dabei werden die Hände mit den Handflächen zueinander vor dem Körper gefaltet und eine leichte Verbeugung angedeutet. Eine Person, die als gesellschaftlich gleichgestellt gilt, wird mit einem Wai in Brusthöhe begrüßt. Dazu wird die Begrüßungsformel Sawadee kha (bzw. Sawadee khab bei Männern) gesprochen. Je höher die Stellung des Gegenüber, desto höher wandern auch die Hände. Höhergestellt sind ältere Menschen, Mönche oder Personen, denen ein gewisser Reichtum und Ansehen unterstellt wird. Touristen gehören in der Regel alle dazu, weil die meisten Thais sich schwer vorstellen können, wie ein Durchschnittsverdiener das Geld für eine solche Reise aufbringen kann. Thais erwarten nicht, dass Touristen den Wai beherrschen. Meistens ist es sicherer und höflicher mit einem freundlichen Lächeln und einem Kopfnicken zu antworten als einen Wai zu vollführen, bei dem die Höhe der Hände unangemessenen ist.

Händeschütteln sollte man nur, wenn ein Thai es von sich aus anbietet.

Der Wai wird außerdem auch als Entschuldigungsgeste verwendet.

Wo lauern religiöse Fettnäpfchen?

Die dominierende Religion ist der Buddhismus. Ihr Glaube ist den Thais sehr wichtig. Touristen sollten Respektlosigkeiten gegenüber religiösen Symbolen, wie Buddha-Statuen, unbedingt vermeiden. Auch beim Souvenir-Kauf sollte man vorsichtig sein: Antike Statuen des Religionsstifters dürfen in der Regel nur mit der Zustimmung des Fine Arts Department ausgeführt werden. Mönchen ist es verboten, eine Frau zu berühren. Daher sollte eine Frau sie nie nötigen, etwas aus ihrer Hand zu nehmen. Das Almosen darf aber gerne auf den Boden gelegt oder durch einen Mann überreicht werden.

Welche Kleidung geht gar nicht?

Ein buddhistischer Tempel darf nur ohne Schuhe und mit angemessener Kleidung betreten werden. Shorts, kurze Röcke und schulterfreie Oberteile gelten in Thailand allerdings nicht nur in religiösen Stätten als unschicklich. Da die soziale Stellung viel bedeutet, versuchen Thais ihren Gegenüber auch anhand der Kleidung einzustufen. Bei westlichen Touristen funktioniert diese Strategie aber überhaupt nicht. Die leger gekleideten Strandläufer in Shorts und Flip Flops müssten in ihren Augen ja durchaus genug Geld haben, um sich ordentlich zu kleiden. Dass sie es dennoch nicht tun, können sie nicht nachvollziehen. Ist man privat bei einer Familie, zu einem offiziellen Essen oder einer Gesellschaft eingeladen, sollte man die sommerliche Strandkleidung unbedingt im Schrank lassen.

Was bedeutet das berühmte Lächeln?

Thailand ist bekannt für seine lächelnden Menschen. Auf Touristen wirkt diese umfassende Freundlichkeit bestechend. Man fühlt sich willkommen und geschmeichelt. Thailand-Reisende sollten sich aber auch darüber im Klaren sein, dass das Lächeln noch andere soziale Funktionen hat. Ein Thai lächelt auch, um sein Gesicht, also sein Ansehen, nicht zu verlieren. Wird ein Taxifahrer gefragt, ob er weiß wo eine bestimmte Sehenswürdigkeit ist, wird er vermutlich Lächeln und dies bestätigen. Dass er keinen blassen Schimmer hat, wo dieser Tempel steht, kann er nicht zugeben. Er würde sein Gesicht vor dem Fahrgast verlieren. Stattdessen wird er per Funk Kollegen um Hilfe bitten und versuchen, den Fahrgast zum gewünschten Ziel zu chauffieren. Sicherer ist es daher, immer eine Straßenkarte in der Tasche zu haben, um im Notfall wieder zum Hotel zu finden.


Gibt es noch andere Tabus? Wie auch in China, gilt es in Thailand als unhöflich, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Auch die nackten Fußsohlen sollten nie in Richtung seines Gegenübers zeigen. Sie gelten als unreiner Körperteil. Als heilig gilt hingegen der Kopf. Er darf nicht von anderen berührt werden. Beim Betreten eines Wohnhauses ist es höflich, seine Schuhe auszuziehen. Die gilt nicht für Hotelanlagen oder öffentliche Gebäude. Oben ohne oder Nacktbaden ist in Thailand undenkbar.

Ist Trinkgeld üblich?

Anders als in China erwarten Thais unbedingt Trinkgeld. Thais sind bekannt für ihre Großzügigkeit. Sie genießen das, was sie haben, im Hier und Jetzt und erwarten auch von ihren Gästen eine materielle Großzügigkeit. Zehn Prozent des Rechnungsbetrags sind angemessen. Zu geringe Trinkgelder werden als Beleidigung empfunden.

Welche Rolle spielt der König?

Im Königreich Thailand wird der amtierende Monarch König Bumiphol von der Mehrheit der Thais verehrt wie ein Gott. Kritik an ihm, am Königshaus oder seinen Symbolen wird in Thailand hart bestraft. Da das Konterfei des Königs beispielsweise auch auf Banknoten zu finden ist, gilt es, auch mit ihnen respektvoll umzugehen. Erscheint der König in der Öffentlichkeit oder im Fernsehen, erheben sich die Anwesenden. Das wird auch von Touristen erwartet.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.