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Pattaya: Sex-Touristen, Ladyboys und Stripper – jetzt soll Thailands Sex-Mekka sauber werden

Die thailändische Militärjunta will mit dem Sünden-Image Pattayas aufräumen. Schlagzeilen über minderjährige Prostituierte, Drogenmissbrauch und Mafiamorde haben die Behörden zum Handeln gezwungen. Alles nur Augenwischerei?

Pattaya

Eine ältere Verkäuferin von Blumenketten und ein Ladyboy in der Fußgängerzone, der Walking Street von Pattaya, eine Küstenstadt 130 Kilometer südöstlich von Bangkok.

May trägt heute ein gewagtes Nautik-Outfit. Die transsexuelle Prostituierte geht in einer Nebenstraße der Partymeile von Pattaya auf Kundenfang. Dass die thailändische Militärjunta nun aufräumen will mit dem Sünden-Image der Stadt, gefällt ihr gar nicht.

Wie Zehntausende andere in der Branche hat sie nicht die Absicht, ihren Job aufzugeben. Zumal es keine Anzeichen dafür gibt, dass der Ansturm ausländischer Sextouristen in dem zwei Autostunden von Bangkok entfernten Badeort abflaut.

"Ich verdiene hier gutes Geld für mich und meine Familie", sagt May, während Elektropop aus den Clubs und Bars dröhnt. Pattaya entwickelte sich zur Hauptstadt des Sextourismus, seit US-Soldaten während des Vietnamkriegs dort ihren Fronturlaub verbrachten. Heute lässt sich in der Sin City ohne Tabus viel Geld machen: Die erfolgreichsten Sexarbeiter setzen bis zu 4100 Euro im Monat um - das Zehnfache des landesweiten Durchschnittsverdienstes.

Häufige Patrouillen der Polizei in Pattaya

In den vergangenen Wochen gab es in dem Amüsierviertel laut May häufige Patrouillen von Polizei und Soldaten. "Wir wollen obszöne und schmutzige Shows abschaffen, wir versuchen, diese Bars verschwinden zu lassen", erklärt Oberstleutnant Sulasak Kalokwilas - hinter ihm Schlangen von Frauen in offenherzigen Outfits, die Freier in Bars namens Taboo, G-Spot und Fahrenheit locken.

Pattayas Polizeichef Apichai Kroppeth versichert, die "Lady Boys" und Frauen, die dort arbeiteten, seien nicht im Sexgeschäft. "Sie arbeiten als Kellnerinnen, plaudern mit Kunden, manche tanzen", fügt er hinzu.

Angesichts von derartiger Beschönigungsrhetorik nehmen viele Bewohner von Pattaya die Ankündigungen der Behörden nicht ernst. Sie sehen darin eher einen PR-wirksamen Aktionismus, der ohne Konsequenzen bleiben wird. 

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AFP
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