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AKTIENNEWS: Shell-Gewinne steigen

Der Preiskampf an den deutschen Tankstellen dürfte vorbei sein: Bei der Deutschen Shell sind die Gewinne vor Steuern in den ersten drei Monaten des Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 65 auf 494 Millionen DM (253 Millionen Euro) gestiegen.

Am ausgeprägtesten war die Entwicklung im Ölsektor, das Tankstellengeschäft hat sich nach dem Katastrophenjahr 2000 wieder annähernd normalisiert. Nachdem der zweitgrößte deutsche Ölkonzern im ersten Quartal des vergangenen Jahres im Ölgeschäft noch tiefrote Zahlen schrieb, hat dieser Geschäftsbereich in diesem Jahr 160 Millionen DM Gewinn abgeliefert.

Im Vorjahr hatte Shell an den Tankstellen insgesamt 170 Millionen DM verloren. Nach der Einführung der Rabattkarte Payback durch die DEA hatte ein Preiskampf eingesetzt, der die Tankstellen in Deutschland insgesamt rund eine Milliarde Mark gekostet hat, weil der Markt dem Konkurrenten keinen Preisvorteil gönnen wollte. Doch die DEA hat sich letztlich durchgesetzt und mit der Rabattkarte Marktanteile gewonnen. Shell und DEA werden ab Herbst nach der Genehmigung durch die EU-Kartellbehörden ein gemeinsames Unternehmen bilden.

Im laufenden Jahr konnte Shell im Tankstellengeschäft verlorenes Terrain zurückerobern. Der Absatzrückgang fiel geringer aus als im Gesamtmarkt und der Marktanteil erhöhte sich um einen halben Prozentpunkt auf mehr als 13 Prozent.

Trotz dieser Erfolge bleibt die generelle Markttendenz schwierig, weil der Benzinverbrauch stetig zurückgeht. Insgesamt rechnet man mit einer Tankfüllung weniger pro Jahr. Der Tankstellenmarkt ist mit 16.000 Stationen überbesetzt. So lautet denn auch die eigentliche Frage: Wie soll die Lage erst aussehen, wenn der Absatz weiter schrumpft? Shell hat durch das Joint Venture mit der DEA auf die Marktlage reagiert und verspricht sich Einspareffekte von 300 Millionen Mark davon.

Insgesamt erreichte die Deutsche Shell im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 34,1 (Vorjahr: 25,2) Milliarden DM einen Gewinn nach Steuern von 847 (684) Millionen DM. Dabei kam der Gewinn überwiegend aus dem Erdgasgeschäft sowie aus einem kleineren Teil aus der Chemie, während der Ölbereich insgesamt nur einen geringen Gewinn auswies. Der Konzern beschäftigte 2.364 (2.430) Mitarbeiter und betrieb 1.523 Tankstellen.

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