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Alkoholhaltige Mixgetränke: Keine Limonade, sondern "harter Stoff"

Die Bundesregierung will nach Angaben von Verbraucherministerin Renate Künast auf die bei Jugendlichen beliebten "Alcopops" eine Sondersteuer von 83 Cent pro Flasche erheben.

Auf die so genannten Alcopops - Mixgetränke aus Limonaden und Alkohol - soll demnächst eine Sondersteuer von 83 Cents pro Flasche erhoben werden. Das kündigte Verbraucherschutzministerin Renate Künast an. Im Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) sagte sie: "Wir haben uns überlegt in dem Gesetzentwurf, der von verschiedenen Ressorts erarbeitet wird, eine Sondersteuer auf Alcopops zu legen, die dazu führt, dass die 275-Milliliter-Flasche sich um 83 Cent verteuern würde."

Außerdem soll nach Angaben der Verbraucherschutzministerin eine besondere Kennzeichnung darauf hinweisen, dass diese Getränke nicht an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden dürfen. "Ich denke, dass wir damit ein Zeichen gesetzt haben, dass es sich dabei nicht um Limonade handelt, sondern um harten Stoff", begründete Künast den Schritt.

Süß, trendy und fatal

Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie bevorzugen Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren die in süßer Limonade verdünnten Schnäpse. Als alarmierend wertete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dass 48 Prozent dieser Altersgruppe mindestens einmal im Monat Alcopops konsumieren.

Insgesamt zeigte die in Berlin vorgestellte Studie, dass sich der Verkauf dieser Getränke von 1998 bis 2003 vervierfacht hat. Die Alcopops sind der Repräsentativstudie zufolge bei der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen die beliebtesten alkoholischen Getränke und liegen vor Bier, Wein und Sekt.

DPA
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