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Analyse: Angst vor Bankenkrise sorgt zunehmend für Unruhe

Die Angst vor einer Bankenkrise in Deutschland sorgt nach Ansicht von Aktionärsvertretern zunehmend für Unruhe an der Börsen.

Der Kurseinbruch bei der HypoVereinsbank am Donnerstag nach einem Bericht über eine angeblich geplante Zwangswandelanleihe sei ein eindeutiger Beleg dafür, sagte Reinhild Keitel vom Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) am Freitag in München. «Die Nervosität ist sehr groß.» Dies gelte sowohl für die Aktionäre als auch für die Kunden der Banken. «Jeder weiß, dass die Banken in der deutschen Wirtschaft einen ganz besonderen Platz haben.»

Mit weiteren Überraschungen ist zu rechnen

In der allgemeinen Unruhe sei der Bericht des «Handelsblattes» über die geplante Pflichtwandelanleihe auf besonders fruchtbaren Boden gestoßen. «Der Bericht passte in das Bild, dass die Aktionäre derzeit von der Bankenlandschaft haben», sagte Keitel. Der Kurs der HypoVereinsbank-Aktie war nach der Veröffentlichung um zeitweise 15 Prozent abgestürzt. Am Freitag erholte sich der Kurs und legte um knapp zwei Prozent auf 8,77 Euro zu. Dennoch können sich die Aktionäre nach Ansicht von Keitel kaum auf ruhigere Zeiten bei der HypoVereinsbank einstellen. «Man muss vielleicht mit weiteren Überraschungen rechnen.» Besonders wegen ihres immensen Kreditportfolios sei die HypoVereinsbank in der Wirtschaftsflaute sehr anfällig.

Pure Kapitalvernichtung

Bei der Hauptversammlung der Bank werde die SdK den rasanten Kursverfall der HypoVereinsbank-Aktie in jedem Fall ansprechen. «Wenn man sich die Kursentwicklung der vergangenen Monate ansieht ist klar, dass dort bislang nur Kapital vernichtet worden ist», sagte Keitel. Vor einem Jahr stand die im Deutschen Aktienindex DAX notierte Aktie noch bei mehr als 40 Euro.