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Bezahlen bei Online-Shops: Zalando schmeißt Apple Pay raus und Amazon verändert den Rechnungskauf

Apple Pay wurde sehnsüchtig erwartet in Deutschland, schließlich sollte das die Wende zum bargeldlosen Zahlen bringen. Nun schmeißt Zalando diese Bezahlart nach nur wenigen Monaten raus - während Amazon ein eher antiquiertes System neu ordnet.

Apple Pay und Amazon

Apple Pay fliegt bei Zalando raus - und Amazon setzt auf die gute, alte Monatsrechnung

Picture Alliance

Im  Dezember 2018 fiel der Startschuss für Apple Pay, das mobile Bezahlen per Smartphone. In den USA hatte dieser Zahldienst eine neue Ära des Bezahlens eingeläutet. Auf eine ähnliche Revolution hofften manche auch in Deutschland. 

Nun verbannt der Onlinehändler Zalando dieses Bezahlsystem wieder - und das nach nur wenigen Monaten, berichtet "t3n". Der Händler begründet diesen Schritt mit einer Testphase, die nun abgeschlossen sei. "Wir bedauern sehr, dass wir Apple Pay als eine unserer vielen Zahlungsoptionen leider abschalten mussten", sagte eine Zalando-Sprecherin zu "t3n".

Hintergrund der Entscheidung: Offenbar war es mit dem Apple-Zahldienst nicht möglich, Gutscheine oder Geschenkkarten einzulösen. "Wir möchten unseren Kunden stets die bestmögliche Einkaufserfahrung bieten. Dazu gehören neben einer großen Auswahl an Produkten auch die Wahl unterschiedlicher Versandarten, Lieferung an Packstationen oder Paketshops sowie das Einlösen von Gutscheinen und Geschenkkarten. Bei der Zahlung mit Apple Pay sind diese Optionen jedoch aus technischen Gründen momentan nicht auswählbar", zitiert "t3n" die Sprecherin.

Das schnelle Ende von Apple Pay bei Zalando überrascht. Denn der mobile Zahldienst fürs Smartphone passt perfekt zur Kundschaft von Zalando, die inzwischen zu 80 Prozent mit dem Handy shoppt. 

Amazon bietet Monatsrechnung an

Amazon hingegen verändert den Kauf auf Rechnung. Bislang konnten Kunden diese Zahlungsweise nur gegen Gebühr wählen. Pro Einkauf wurden 1,50 Euro fällig. Nun bietet Amazon die gute, alte Monatsrechnung an. Der monatliche Einkauf wird auf einer Rechnung gebündelt und kann dann bezahlt werden, heißt es in einer Amazon-Mitteilung. "Nutzer, die die Bezahlung per Monatsabrechnung auswählen, erhalten zu Monatsbeginn eine gesammelte Rechnung über alle im Vormonat getätigten Käufe und können diese innerhalb von 14 Tagen begleichen. Auf diese Weise behalten sie die Übersicht über ihre Käufe und müssen dabei nur eine Zahlungsfrist im Blick behalten", so Amazon. Die Monatsrechnung gelte für alle Produkte, die von Amazon und von Verkäufern auf der Plattform angeboten werden. 

Monatsrechnung ist für Händler immer mit Risiko verbunden. Denn anders als bei der Zahlung mit Kreditkarte oder Paypal muss der Händler hier in Vorkasse gehen - er schickt die Ware raus, ohne vorab Geld dafür zu bekommen. Geht das schief oder zahlt der Kunde nicht, bleibt der Händler auf der nicht gezahlten Rechnung sitzen. Deshalb schränken einige Händler den Rechnungskauf ein oder fordern erst einen Nachweis üb die Bonität. So weist Sportscheck seine Kunden in einem Erklärfilmchen darauf hin, dass der Händler "die bevorzugte Zahlart einmal nicht anbieten kann". Konkret ehißt das: Ist die Bonität nicht ausreichend, wird diese Zahlart schlichtweg nicht angeboten. Andere Händler lassen sich das Risiko bezahlen. So müssen Rechnungskäufer bei H&M beispielsweise einen Euro pro Rechnung zusätzlich zahlen. 

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kg
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