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Auto-Teile-Unger: ATU will im Juni an die Börse

Die Post bekommt Konkurrenz in der Gunst der (Aktien-)Kunden: Noch vor der Postbank will die Werkstattkette ATU am 16. Juni als drittes deutsches Unternehmen an die Börse gehen.

Die Autowerkstattkette ATU will noch vor der Postbank als drittes deutsches Unternehmen in diesem Jahr den Sprung aufs Börsenparkett wagen. Der Börsenstart sei für den 16. Juni geplant, teilte die ATU Auto-Teile-Unger Holding AG am Montag mit. Die Angebotsfrist für die Aktien werde an diesem Freitag (28. Mai) starten und voraussichtlich bis zum 14. Juni laufen. Nach jahrelanger Flaute hatten in den vergangenen Wochen bereits der ostdeutsche Fahrradhersteller MIFA und der Geldautomaten-Produzent Wincor Nixdorf den Sprung aufs Parkett gewagt. Die Postbank will am 21. Juni an die Börse gehen.

Verkauspreis erst im Juni

Die Preisspanne für die ATU-Aktien will das Unternehmen einen Tag vor Beginn der Zeichnungsfrist am Donnerstag bekannt geben. Die Anleger würden am 15. Juni über den letztlich gültigen Verkaufspreis sowie die Zuteilung informiert, sagte ein Unternehmenssprecher.

ATU war 1985 in Weiden gegründet worden und hat sich seitdem zur größten herstellerunabhängigen Werkstattkette in Deutschland entwickelt. Das Unternehmen betreibt 461 Werkstätten mit angeschlossenen Autoteile-Geschäften und hat mehr als 12.000 Mitarbeiter. Zu dem Volumen des Börsengangs hat ATU bislang keine Angaben gemacht. Experten gehen davon aus, dass es sich um mindestens eine Milliarde Euro handelt.

Schuldenstand soll abgebaut werden

ATU plant dafür eine Kapitalerhöhung und möchte durch den Aktienverkauf insbesondere den hohen Schuldenstand abbauen. So sollen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 275 Millionen Euro abgelöst und Bankkredite in Höhe von derzeit 491 Millionen Euro reduziert werden. Bei der Aktienausgabe will ATU sowohl Privatanleger wie auch institutionelle Investoren erreichen. Mittelfristig strebt ATU eine Aufnahme in den Aktienindex MDAX an.

DPA