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Schwachsinn auf Rädern: Überdruck im PS-Geschoss

Kennen Sie den "Atomizer-Kit"? Nein? Wenn Sie nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, um Ihr getuntes PS-Geschoss mit Lachgas zu pushen, muss man eben so tun als ob. So werden Sie zum Chef an der Roten Ampel.

Von Peter Weyer

Ohne den "Atomizer-Kit" geht nichts mehr. Den gibt's jetzt endlich "Für mal richtig Dampf ablassen" im November-Prospekt von Zubehör- und Tuninghändler Autoteile Unger (ATU). Ist ganz einfach und schnell selbst montiert: Der Luftdruck aus dem Reserverad pustet das Wasser aus der Scheibenwaschanlage durch zwei Düsen seitlich unter der vorderen Stoßstange raus. Sieht aus, als hätte man gerade einen laufenden Rasensprenger plattgefahren.

Was das soll? Können die Fahrer traniger Mittelklasse-Familienlimos natürlich nicht schnallen. Ist doch klar, damit soll ein N2O-Tuning nachgeäfft werden. Immer noch nicht gerafft?

Heißer Stoff für PS-Junkies

N20 ist im Straßendeutsch nichts anderes als Lachgas. Heißer Stoff für PS-Junkies, denn den knallen sie sich über eine spezielle Einspritzanlage in die Zylinder. Bringt 20 bis 30 Prozent mehr Motorpower. Eine Art chemische Turbo-Keule ohne Turbo, weil Lachgas viel Sauerstoff enthält und so wirkt wie der Blasebalg beim Grillfeuer. Der Überdruck wird anschließend als Dampf-Fontäne ins Freie abgeblasen.

Blöd nur, dass die echte Lachgas-Nummer mächtig Kohle kostet. Deutlich billiger ist der "Atomizer-Kit". Eine doppelte PS-Perversion, denn echtes Lachgas ist schon voll daneben. Aber so tun als ob, noch mehr.

Macho-Auftritt nur 49,99 Euro

Klar, dass der Spaß nach der deutschen Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) verboten ist. Andererseits kostet der Macho-Auftritt bei ATU nur 49,99 Euro. Glatte sieben Euro gespart. Dafür bis du aber garantiert der King vor der roten Ampel, wenn es aus der Stoßstange deines Aufgemotzten zischt. Vorschlag für das ATU-Dezember-Schnäppchen: Ein Autobahn-Tacho "Modell 2008", der bei Tempo 130 immer hundert Sachen mehr anzeigt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.