HOME

Börsengang: Postbank soll am 21. Juni an die Börse gehen

Das gab Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel bekannt. Als Eigentümer werde die Deutsche Post 50 Prozent minus eine Aktie ihrer Anteile anbieten. Postbank-Kunden und Post-Aktionäre sollen bei der Zuteilung bevorzugt werden.

Der Termin für den Börsengang der Postbank AG steht fest: Am 21. Juni soll die Aktie zum ersten Mal in Frankfurt notiert werden, wie der Vorstandsvorsitzende der Post AG, Klaus Zumwinkel, und Postbankchef Wulf von Schimmelmann am Donnerstag in Köln mitteilten. Verkauft werden maximal 50 Prozent der Postbank minus eine Aktie, womit die Muttergesellschaft Post AG weiterhin das Sagen haben wird. Zumwinkel betonte, wegen der strategischen Bedeutung der Postfilialen für die Bank solle das auch auf Dauer so bleiben.

Der Preisspanne für den Ausgabekurs der Aktie soll am 5. und 6. Juni festgelegt werden. Die Zeichnungsfrist werde voraussichtlich vom 7. Juni bis 18. Juni dauern, erklärte Schimmelmann. Privataktionäre der Post AG, Postmitarbeiter und jene rund 330.000 der 11,5 Millionen Postbankkunden, die am Stichtag 5. Mai dort ein Aktiendepot führten, sollen bei der Zuteilung bevorzugt werden. Preis-Abschläge sind nicht vorgesehen.

Post AG behält die Mehrheit

Insgesamt bringt die Post AG nach den Worten Zumwinkels maximal 81.999.999 Aktien aus ihrem Besitz an die Börse. Darin enthalten ist bereits eine Mehrzuteilungsoption von elf Prozent. Den Erlös - Zumwinkel nannte keine Zahl, wies aber darauf hin, dass die Postbank allein schon Eigenkapital von knapp fünf Milliarden Euro besitze - will der Postchef zum Ausbau der Infrastruktur, zum weiteren Abbau von Finanz- und Pensionsschulden, aber auch für Zukäufe im Briefbereich nutzen.

Zumwinkel betonte, die Post AG wolle "auf Dauer" die Mehrheit bei der Postbank behalten. Dafür gebe es einen einfachen strategischen Grund: Postbank und Postfilialen gehörten zusammen, betonte Zumwinkel. Das "gute Zusammenspiel über die letzten fünf Jahre hat ja zu diesem beispiellosen Erfolg der Postbank geführt, dass wir aus eher schlechten Verhältnissen heute zu sehr guten Verhältnissen gekommen sind".

Großaktionär nicht zu erkennen

Zwar erwartet die Postbank bei ihrem Börsengang auch Zuspruch von Privatanlegern. In dieser Hinsicht wüchsen aber derzeit die Bäume nicht in den Himmel, meinte Schimmelmann. Die allgemeine Verunsicherung sitze nach wie vor tief. Deswegen werde die Postbank "die Märkte weiterhin eng beobachten, flexibel reagieren und zum Beispiel einen Großteil der Transaktion bei institutionellen Investoren platzieren". Schimmelmann äußerte die Überzeugung, dass der Kapitalmarkt die Postbank mit ihrem vergleichsweise risikoarmen Geschäftsmodell als soliden Wert mit Substanz begrüßen werde.

Als "reine Spekulation" wies Zumwinkel Meldungen über eine angeblich von der Bundesregierung bevorzugte vollständige Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank zurück. Schimmelmann sagte, zwar habe der Vorstand generell keinen Aktionär zu verhindern. Derzeit sei aber nicht zu erkennen, dass ein Großaktionär auftreten werde. Die Deutsche Bank und Morgan Stanley führen das aus 19 in- und ausländischen Banken gebildete Konsortium, das den Börsengang abwickelt.

Keine Stellungnahme zu den Spekulationen

Zumwinkel verneinte, dass es Gespräche mit der Deutschen Bank über eine Übernahme der Postbank gegeben habe, erklärte auf weitere Nachfrage nach Kontakten zur Deutschen Bank oder anderen Großbanken allerdings, er wolle "keine Stellungnahme zu solchen Spekulationen" mehr abgeben. Der Börsengang der Postbank werde laufen "wie geplant".

Die Postbank gilt als heißer Kandidat für den Börsen-Leitindex Dax. Ihre Börsennotierung wird mit großer Spannung erwartet. Es ist die erste gewichtige Börseneinführung in Deutschland seit gut drei Jahren und gilt als wichtiges Signal für den Kapitalmarkt.

AP / AP / DPA