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Das deutsche Sparschwein: Ein schützenswertes Kulturgut

Die "Schutzgemeinschaft Deutsches Sparschwein" hat es sich zur Aufgabe gemacht, das deutsche Sparschwein vor dem Aussterben zu bewahren. Eine weitere wichtige Aufgabe: das Vorgehen gegen "artfremde Sparviecher".

Präsident Lothar Schumacher hat die "Organisation" gegründet. Es handelt sich dabei um ca. 60 Bekannte, Mitarbeiter, Freunde Schumachers, oder einfach "Sympathisanten", die für das Kulturgut Sparschwein kämpfen wollen.

"Die Schutzgemeinschaft ist ein loser Zusammenschluss, wir machen da nicht groß mit Satzung und Gedöns. Ist ja eher eine Satire. Aber hinter Satire steckt ja auch ein bisschen Wahrheit", so der Präsident.

Im Internet unter www.sparschweinschutz.de ist die Arbeit der Schutzgemeinschaft beschrieben. Schumacher kam auf die Idee, als seine Enkelin Luisa (5 Jahre) vor ca. einem Jahr mit einer Sparkuh zu ihm kam. Er war überrascht und fragte, ob sie denn kein richtiges Sparschwein hätte. Sie verneinte und Schumachers Idee war geboren.

Woher stammt das Sparschwein?

Seitdem hat der Unternehmer aus Mönchengladbach ein neues Hobby. Genau wie der Tannenbaum oder Sankt Martin schöne Traditionen sind, habe auch das Sparschwein seine Daseinsberechtigung, so der Rheinländer. Überall wo er "artfremde Sparviecher" wie Spargiraffen, Sparelefanten, Sparwale usw. herumstehen sieht, versucht Schumacher, diese gegen Sparschweine auszutauschen.

Schumacher hat von einem Bekannten aus Euskirchen einige Scherben des angeblich ersten Sparschweins Deutschlands zugeschickt bekommen. Das stammt aus Schweinheim bei Euskirchen. Erhalten sind tatsächlich nur noch Fragmente. Anhand der beiliegenden Münzen lässt sich das Alter des Schweins ungefähr bestimmen. Es ist von ca. 1550, 1560.

Mit Schlitz - oder ohne?

Es sind jedoch auch andere Sparschwein-Ursprünge möglich. So soll in Billeben (Thüringen) ein Sparschwein aus dem 13. Jahrhundert gefunden worden sein. Schumacher behauptet, dieses habe keinen sparschweintypischen Schlitz. Das thüringische Landesamt für Archäologie bestätigte allerdings, dass dieses Schwein sehr wohl einen Schlitz habe.

Im geldgeschichtlichen Museum in Köln steht ein Sparschwein aus Indonesien aus der Zeit der Majapahit-Periode (1293- 1520). Dort wurde gesagt, dass der Ursprung des Sparschweins wohl eine Parallelentwicklung ist - in Asien und Europa zugleich. Ein Zufall, aber in beiden Gegenden war das Schwein im Mittelalter ein Wohlstandsbeweis, oder zumindest Überlebensgarant. Deshalb heißt es ja auch "Glücksschwein".

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