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Rückholung nationaler Kulturgüter Mexiko holt über 2500 Kunstwerke aus vorkolonialer Zeit ins Land zurück

Tänzer bei einer traditionellen Zeremonie zur Feier des 697. Jahrestag der Gründung von Tenochtitlan
Mexiko wehrt sich regelmäßig gegen die Versteigerung von Kunstgegenständen, die von indigenen Völkern hergestellt wurden. Nun sind mehr als 2500 Artefakte nach Mexiko zurückgekehrt.
© Gerardo Vieyra/ Eyepix Group / Picture Alliance
Mehr als 2500 Kunstwerke und historische Gegenstände kehren nach Mexiko zurück. Die Restitution vorkolonialer Kulturgüter ist wichtiger Teil der Kulturpolitik von Präsident López Obrador.

Mexiko hat über 2500 Kunstwerke und historische Gegenstände aus der vorkolonialen Zeit zurück ins Land geholt. Es handle sich um die "wichtigste Restitution archäologischer Objekte durch Einzelpersonen", erklärte der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard am Dienstag. Die Gegenstände, darunter Steinfiguren, Speerspitzen und Gefäße, hätten zuvor einer Familie aus dem spanischen Barcelona gehört. 

Die Objekte werden seit Dienstag im Museum des Templo Mayor in der Altstadt der Hauptstadt Mexiko-Stadt unter Verantwortung des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte (Inah) ausgestellt. Die Rückholung nationaler Kulturgüter ins Land ist zentraler Bestandteil der Kulturpolitik der linksgerichteten mexikanischen Regierung unter Präsident Andrés Manuel López Obrador

Den archäologischen und kulturellen Reichtum nach Mexiko zurückholen

Die Regierung sei gebeten worden, den Namen der früheren Eigentümer der Gegenstände nicht zu veröffentlichen, sagte Außenminister Ebrard bei einer Pressekonferenz an der Seite von Präsident López Obrador. "Wir sind dabei, den archäologischen und kulturellen Reichtum Mexikos aus dem Ausland zurückzuholen", sagte López Obrador. Es gebe "Tausende gestohlene archäologische Fundstücke". Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2018 habe die Regierung 8970 Gegenstände aus der vorkolonialen Zeit zurückgeholt, ergänzte Chefdiplomat Ebrard.

Mexiko wehrt sich regelmäßig gegen die Versteigerung von Kunstgegenständen, die aus dem heutigen mexikanischen Staatsgebiet stammen und von indigenen Völkern wie den Olmeken, den Azteken und den Maya hergestellt wurden. Die derzeitige Regierung ist der Ansicht, dass deren Erbe seit dem 19. Jahrhundert illegal außer Landes gebracht wurde. 

Auktionshäuser und Regierungen anderer Staaten verlangten regelmäßig, die Herkunft der Artefakte aus Mexiko zu belegen, sagte Ebrard. Er ergänzte, Mexiko sei es aber teilweise gelungen, die Beweislast umzukehren – sodass der Verkäufer zunächst die "legale Herkunft" der Objekte aus vorkolonialer Zeit habe beweisen müssen.

lh AFP

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