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Interview mit TV-Arzt So verdiente Eckart von Hirschhausen seine erste Million

Eckart von Hirschhausen
Eckart von Hirschhausen, Deutschlands bekanntester TV-Doktor.
© Dirk Borm/Herbert Management/dpa
Eckart von Hirschhausen ist Deutschlands Fernsehdoktor. Im Interview erzählt er, wie er mit heilendem Humor viel Geld verdient.
Von Ines Zöttl

Herr von Hirschhausen, Ihr neues Buch „Wunder wirken Wunder“ ist auf Platz eins der Bestsellerliste geschnellt, Sie treten zur besten Sendezeit und in vollen Hallen auf. Was macht Ihren Erfolg aus?
Es ist Erntedankfest für das, was ich mir über 30 Jahre aufgebaut habe. Wer über Nacht berühmt werden will, muss tagsüber etwas tun. Ich war jahrelang unter dem Radar der Öffentlichkeit unterwegs, konnte meine Ideen ausprobieren und habe immer das gemacht, woran ich glaube: Medizin und Humor verbinden.
Diese Kombination gab es vorher nicht. Wer ist Ihre Konkurrenz?
Es gibt keine.
Also sind Sie in der Position, sich nicht mehr anstrengen zu müssen?
Im Gegenteil. Es ist sehr viel leichter, bekannt zu werden, als bekannt zu bleiben. Wenn Sie dreimal hintereinander auf der Bestsellerliste waren, warten alle Journalisten darauf, dass Ihr nächstes Buch floppt.
Welchen Anteil an Ihrer Karriere hatten Glück und Zufall?
Wie in jeder Karriere: einen großen. Ein Glücksfall war, dass ich nicht sofort eine Arztstelle bekam, weil damals die Charité fusionierte und ich Wissenschaftsjournalismus studiert habe. Glück war, dass mich Harald Schmidt in seine Sendung nahm. Und dass es Menschen gab, die an meine "Mission" geglaubt haben, lange bevor das opportun wurde.
Was Scheitern heißt, wissen Sie, seit Sie vor 300 finnischen Handelsvertretern aufgetreten sind?
Ja, damals habe ich im Varietétheater Wintergarten moderiert. Die Finnen hatten wohl eher halb nackte Frauen erwartet als einen im Anzug, der auf Deutsch Witze erzählt.
Ihre Bücher sind Ratgeber zu Gesundheit, Glück und Liebe. Haben Sie selbst das alles erreicht?
Ich bin immer wieder selbst erstaunt, was passiert, wenn ich mich an meine eigenen Ratschläge halte. Ich habe sieben Kilo abgenommen, bin entspannter als vor zehn Jahren und glücklich verheiratet. Und es macht mich glücklich, wenn sich Menschen melden, denen ich helfen konnte. Mit den Büchern und meiner Stiftung „Humor hilft heilen“.
Und wann war die sprichwörtliche erste Million da?
Als „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“ völlig unerwartet 750.000-mal gekauft wurde, sagte ich: Wenn das Buch die Million knackt, spende ich 250.000 Euro. Das hab ich dann auch. „Vermögen“ heißt ja nicht, auf Geld zu hocken, sondern: Man vermag etwas zu bewegen. Ich mache Dinge, die mir sinnvoll und spaßig erscheinen, im besten Fall beides.
Wie wichtig ist Geld für Sie?
Meine Großeltern und Eltern kamen aus dem Baltikum als Flüchtlinge. Deshalb war mir immer klar: Materielle Dinge können über Nacht weg sein. Was bleibt, ist, was du im Kopf und im Herzen hast. Fähigkeiten, Familie und Freunde.
Haben Sie je bereut, nicht Arzt geworden zu sein?
Ich bin Arzt. Und ich kann viel ausrichten – zum Beispiel wenn ich vor vier Millionen Zuschauern erkläre, wie leicht Wiederbelebung geht.

Ines Zöttl
Ines Zöttl ist Redakteurin beim Wirtschaftsmagazin Capital. Zuvor war sie für die Wirtschaftswoche und die Financial Times Deutschland tätig.
© Trevor Good

Meine erste Million erscheint monatlich im Wirtschaftsmagazin Capital. Weitere Folgen: Filmregisseur Roland Emmerich, Schriftstellerin Cornelia Funke, Immobilienunternehmer Christian VölkersRapper Samy DeluxeSchiffscontainerhändler Ian KaranFilmproduzentin Regina Ziegler

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