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EU-Milliardenhilfe für Schrumpfkurs: HSH Nordbank muss sich verkleinern

Die EU-Kommission billigt Milliardenhilfen für die Landesbank. Die Unterstützung gibt es jedoch nur gegen harte Auflagen. Neben dem Ausstieg aus der Flugzeug- und Schiffsfinanzierung fallen hunderte Arbeitsplätze weg.

Der Umbau der HSH Nordbank steht: Die EU-Kommission hat am Dienstag milliardenschwere Staatshilfen abgesegnet. Doch die Unterstützung in Höhe von 30 Milliarden Euro gibt es nur unter Auflagen. Die Brüsseler Wettbewerbshüter zwingen die HSH Nordbank zu einer harten Schrumpfkur. Das Institut muss komplett aus der Flugzeugfinanzierung aussteigen und die Schiffsfinanzierung drastisch verkleinern. Die EU-Kommission verlangt, dass die Landesbank ihre Bilanzsumme um 61 Prozent reduziert und risikoreiche Geschäfte, die von der Konjunktur und Währungsschwankungen abhängen, aufgibt.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sagte, die Verkleinerung der HSH Nordbank sei nötig, "um die Bank wieder auf ihr Kerngeschäft auszurichten und den nicht tragfähigen Expansionskurs, den sie eingeschlagen hatte, zu revidieren." Nun könne sie eine solidere Strategie verfolgen und wieder rentabel werden.

Die in Hamburg und Kiel angesiedelte Bank begrüßte die Entscheidung. Sie erhalte damit Rechts- und Planungssicherheit für ihre neue Strategie, erklärte Vorstandschef Paul Lerbinger. "Wir bleiben am Markt und werden uns als eine fokussierte und vertriebsstarke Bank für Unternehmer mit mittelständischen Strukturen dauerhaft tragfähig aufstellen", kündigte Lerbinger an. Allerdings sollen im Zuge der Verkleinerung bis zu 1200 Arbeitsplätze abgebaut werden - das sind 900 mehr als zunächst geplant.

Die Milliarden-Unterstützung stammt von den Haupteigentümern der HSH Nordbank, den Ländern Hamburg und Schleswig Holstein. Als Auflage muss die Landesbank unter anderem für einen Teil der Subventionen eine höhere Vergütung entrichten. So sei eine Einmalzahlung von 500 Millionen Euro in Form von Anteilen vereinbart worden. Auf diese Weise sollen auch Minderheitsaktionäre ausreichend an den Kosten der Sanierung beteiligt werden.

kave/DPA/AFP / DPA
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