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Geldanlage: Vorsicht bei Superzinsen

Mit klangvollen Offerten werben Banken für ihre Geldanlagen und versprechen dabei Erträge, die weit über dem marktüblichen Niveau liegen. Der versprochene Superzins gilt jedoch meist nur wenige Wochen.

Geldanlagen mit Superzinsen sind für viele Anleger in der derzeitigen Niedrigzinsphase verlockend. Verbraucherschützer der Stiftung Warentest raten jedoch zur Vorsicht. Der versprochene Superzins würde nur wenige Wochen gelten und danach deutlich absacken.

Besonders bei Geldanlagen, die hohe Renditen ohne Risiken versprechen, sollte man wachsam sein. Auch bei Sonderangeboten, Bonus- und Garantieversprechungen ist Vorsicht angesagt. Keinesfalls sollte man sich zeitlich unter Druck setzen lassen, etwa durch das Argument, dass das Angebot nur noch kurzfristig gilt.

Der Teufel steckt im Detail

Manche Geldinstitute schnüren Pakete, die für den Verbraucher schwer zu durchschauen sind. Oft ist das Lockangebot an zusätzliche Bedingungen geknüpft. Weit verbreitet ist beispielsweise, dass die attraktive Offerte nur Kunden vorbehalten bleibt, die mit einem hohen Mindestbetrag einsteigen. Wer darunter liegt, muss sich entweder mit niedrigeren Zinsen begnügen oder Gebühren zahlen. Oder das Angebot gilt nur für eine Laufzeit von mehreren Jahren. Anleger, die sich nicht so lange festlegen wollen, bekommen deutlich weniger Zinsen.

Es empfiehlt sich immer, das Kleingedruckte im Vertrag zu lesen. Denn der Teufel steckt meist im Detail. Mitunter ist das Angebot nur für Neukunden reserviert. Und die sollen, um in den Genuss der höheren Zinsen zu kommen, zusätzlich einen Fonds bei der Bank kaufen oder ein Wertpapierdepot eröffnen. Wer sich auf so ein Kombi-Geschäft einlässt, sollte vorher genau abwägen, ob die Kosten dafür den Zinsgewinn nicht wieder zunichte machen.

Das entscheidende Vergleichskriterium ist der Effektivzins

Gerade in Phasen, in denen die Zinsen nicht so üppig ausfallen, ist es wichtig, auf die Nebenkosten bei Geldanlagen zu achten. Anleger sollten ihren Berater fragen, welche Kosten das Investment mit sich bringt. In der Regel handelt es sich um Depotgebühren, Ausgabeaufschläge für Fonds und Verwaltungsgebühren. Vor allem diejenigen, die nur geringe Summen für kurze Zeit anlegen möchten, sollten Anlageformen wählen, bei denen diese Kosten möglichst gering sind oder ganz wegfallen.

Wichtig ist, Angebote verschiedener Banken zu vergleichen. Das entscheidende Vergleichskriterium dabei ist der Effektivzins. Wird der vom Institut nicht angegeben, sollte man unbedingt nachfragen.

Im aktuellen Finanztest-Ranking der Anbieter von Festgeldanlagen und Tagesgeldkonten kamen niederländische und österreichische Banken auf vordere Plätze. Sie bieten im Vergleich zu den deutschen Banken besonders hohe Zinsen. Anleger sollten jedoch nicht mehr als 20.000 Euro pro Person und Bank bei ihnen investieren, raten die Verbraucherschützer. Denn nur bis zu dieser Summe sind die Anlagebeträge dort abgesichert. In Deutschland dagegen ist das Geld in fast unbegrenzter Höhe sicher, wenn die Bank Mitglied im Einlagensicherungsfonds ist.

Reiner Fischer/DDP