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Hebelprodukte Stiftung Warentest zeigt: So zocken die Finanz-Profis

Profi-Börsenhändler bei der Arbeit
Profi-Börsenhändler bei der Arbeit
© gorodenkoff / Getty Images
Options­scheine, CFDs oder Knock-out-Zertifikate: In der Finanzwelt lassen sich mit Hebelprodukten die Gewinne vervielfachen. Doch die Produkte sind kompliziert und der Totalverlust ist möglich. Die Stiftung Warentest erklärt, wie gezockt wird.

Die Deutschen werden schon bei Aktien vorsichtig. Die Schwankungen an den Kapitalmärkten verunsichern. Bei einer langfristigen Geldanlage ist das Hin und Her der Märkte dabei eigentlich zu vernachlässigen, der lange Anlagehorizont gleicht dies aus. Dementsprechend ist aber auch die Rendite überschaubar. Wer richtig abkassieren will, muss spekulieren. Doch wie macht man das? 

Die Stiftung Warentest hat sich Hebelprodukte genauer angesehen. Bei diesen Finanzwetten wird auf Kursschwankungen gesetzt. Der Hebel kann die Wirkung um ein Vielfaches erhöhen. Das kann sich lohnen - birgt aber auch ein hohes Risiko.

Hebelprodukte nur für Profis

Daher lautet der erste Tipp der Warentester: Nur mit Spielgeld zocken! Sie müssen den Verlust des Geld voll verkraften können. Denn bei diesen Wetten ist der Totalverlust jederzeit möglich. Der zweite Tipp: Hebelprodukte sind für eine kurze Anlagedauer gedacht. Wer sein Geld auf Jahre anlegen will, sollte sich sicherere Finanzprodukte aussuchen.

"Wer für sein Wertpapierdepot die höchste Risikostufe hat, kann über seine Bank zum Beispiel Optionsscheine, Knock-out-Zertifikate oder Hebel-ETF kaufen und auf die Entwicklung von Aktien, Indizes, Rohstoffen oder Währungen wetten - wahlweise auf steigende (Long-Produkte) oder fallende Kurse (Short-Produkte)", schreiben die Experten. Und warnen vor Knock-out-Zertifikaten: Wird eine festgelegte Knock-out-Schwelle durchbrochen, ist das Geld futsch. Spekulanten wissen: Je größer der Hebel, desto näher liegt diese Schwelle am Basiswert. Kurz gesagt: Höhere Hebel maximieren zwar den Ertrag. Aber wettet man beispielsweise auf einen fallenden Dax mit hohem Hebel, reichen schon minimale Kursschwankungen und das Geld ist weg. 

Eine Ausnahme seien Hebel-ETF, so die Warentester. Bei diesen börsengehandelten Indexfonds gebe es ein Sondervermögen, dass vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt sei. Risikant seien diese ETF immer noch - aber ein Totalverlust sei eher unwahrscheinlich.

Alle Fallstricke von Hebelprodukten erklärt die Stiftung Warentest in einer Übersicht, die Sie unter www.test.de gegen Gebühr abrufen können.

kg

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