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JAHRESWECHSEL: Viele Änderungen im Steuerrecht

Der Kinderfreibetrag wird angehoben, das Kindergeld für die ersten beiden Sprösslinge ebenso und das Halbeinkünfteverfahren gilt nun auch für inländische Aktien.

Vom Kinderfreibetrag bis zum Halbeinkünfteverfahren - das Jahr 2002 bringt für die Bundesbürger zahlreiche Änderungen des Steuerrechts. Was Steuerpflichtige im kommenden Jahr beachten müssen, erläutert die Dresdner Bank.

Ersten beiden Kinder profitieren

Das Kindergeld für die ersten beiden Kinder wird von derzeit 270 Mark auf 154 Euro (rund 300 Mark), das heißt auf den Betrag für das dritte Kind, angehoben. Für das vierte und jedes weitere Kind bleibt es dagegen bei 179 Euro monatlich. Der Kinderfreibetrag wird von derzeit 6.912 Mark auf 3.648 Euro (7.134 Mark) jährlich angehoben.

Höhere Freibeträge für Kinder

Darüber hinaus können Eltern den Angaben zufolge für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes einen Freibetrag in Höhe von 2.160 Euro (4.224 Mark) geltend machen. Zusätzlich könnten Eltern künftig einen Freibetrag für ein auswärtig untergebrachtes volljähriges Kind, das sich in der Ausbildung befindet, von jährlich 924 Euro beanspruchen. Dieser Freibetrag wird allerdings bei eigenen Einkünften des Kindes von mehr als 1.848 Euro monatlich gekürzt.

Dividenden nur noch halb versteuert

Das so genannte Halbeinkünfteverfahren, wonach Dividenden in- und ausländischer Kapitalgesellschaften und inländischer Wertpapierfonds nur noch zur Hälfte steuerpflichtig sind, gilt ab 2002 auch für inländische Werte. Für ausländische Werte wird das Verfahren schon seit 1. Januar 2001 angewendet. Das Halbeinkünfteverfahren gilt auch für Spekulationsgewinne aus dem Verkauf von Anteilen, die innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr erzielt werden, für Gewinne aus dem Verkauf wesentlicher Beteiligungen sowie für entsprechende Werbungskosten und Spekulationsverluste. Finanzierungskosten, Depotgebühren und Vermögensverwaltungsprovisionen sind künftig allerdings, soweit sie auf Aktienerträge zurückzuführen sind, auch nur zur Hälfte abzugsfähig.

Änderungen für Gesellschafter

Anteilseigner an einem Unternehmen (Gesellschafter) erhalten keine Körperschaftssteuer-Gutschrift mehr. Die zugeflossenen Gewinnausschüttungen werden den Angaben zufolge zur Hälfte der persönlichen Einkommensteuer unterworfen. Werbungskosten und Betriebsausgaben, die in wirtschaftlichem Zusammenhang mit diesen Gewinnausschüttungen stehen, dürfen aber nur zur Hälfte abgezogen werden. Das Halbeinkünfteverfahren ist den Angaben zufolge erstmalig auf Gewinnausschüttungen anzuwenden, die dem Gesellschafter von 2002 an zufließen, das sind in der Regel Ausschüttungen für Wirtschaftsjahre ab 2001.

Friederike Marx

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