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Lohnsteuer: Die bunte Pappkarte stirbt

Eigentlich müssten dieser Tage die wohlbekannten Karton-Lohnsteuerkarten vom Arbeitgeber in der Post sein. Stattdessen kann ein simpler Vordruck die Arbeitnehmer überraschen. Aufbewahren sollte man ihn trotzdem.

Kennen Sie den "Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für 2004"? Gewöhnen Sie sich ruhig an den sperrigen Titel dieses Vordruckes. Ab sofort ersetzt er die vertraute Karton-Lohnsteuerkarte, die gerade von den Arbeitgebern zurückgeschickt werden sollten. Der Grund: Die Arbeitgeber wurden verpflichtet, die Arbeitnehmer-Lohnsteuerdaten beziehungsweise die Lohnsteuerbescheinigung elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. In diesen Fällen dürfe die Lohnsteuerkarten natürlich nicht mehr an die Arbeitnehmer zurückgegeben werden.

Ausdruck unbedingt aufbewahren

Diesen Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2004 sollten die Arbeitnehmer dann aber gut aufbewahren. "Denn die angegebenen Daten wie Bruttoarbeitslohn, Lohnsteuer sind wie gewohnt in die Anlage N zur Einkommen-Steuererklärung einzutragen," erklärt der Steuerzahlerbund. Neu ist dabei, dass in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung eine persönliche Nummer enthalten ist, die so genannte ETIN (Electronical taxpayer identification number). Sie setzt sich die aus dem Namen und dem Geburtsdatum des Steuerzahlers zusammen.

Diese Nummer muss in die Anlage N zur Einkommensteuererklärung übertragen werden. Den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung braucht dann allerdings kein Arbeitnehmer mehr mit der Einkommensteuererklärung ans Finanzamt einzureichen.

Arbeitgeber entscheidet: Karton oder Ausdruck

Bei Anwendung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ist es laut Steuerzahlerbund im übrigen auch zulässig, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer an Stelle der ausgedruckten Lohnsteuerbescheinigung die Daten in elektronischer Form übermittelt. Nimmt ein Arbeitgeber nicht am Verfahren zur elektronischen Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung teil, bekommt der Arbeitnehmer weiterhin die Lohnsteuerkarte ausgehändigt, die dann wie bisher auch der Einkommen-Steuererklärung beizufügen ist. Und: Dem Arbeitgeber muss für die laufende Lohnbesteuerung weiterhin eine Lohnsteuerkarte vorgelegt werden.

spi, mit Agenturen (AP, DPA)
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