HOME

MÄRKTE: Wegen Flaute nahmen Börsengänge ab

In diesem Jahr wagten erst ganze 20 Unternehmen den Gang an die Börse. Und gerade diese Neulinge bereiteten den Anleger oft nur wenig Freude.

Die Flaute an den Kapitalmärkten hat die Zahl der Börsengänge in diesem Jahr deutlich sinken lassen. Ganze 20 Unternehmen - ohne Berücksichtigung des Freiverkehrs - wagten bis Anfang Dezember den Gang an die Börse, wie der Bundesverband deutscher Banken berichtet. Im vergangenen Jahr gab es noch 139 IPOs und 1999 sogar 153. Die Anleger hatten in der Regel wenig Freude an den Börsenneulingen, sie mussten Kursverluste von bis zu 30 Prozent hinnehmen. Wenig optimistisch zeigen sich die Banken auch für die kommenden Monate.

Keine Trendwende absehbar

Zwar gibt es in Deutschland und Europa im Vergleich zu den USA noch einen erheblichen Nachholbedarf. Doch rechnen die Banken nicht mit einer Trendwende beim Emissionsgeschäft vor Mitte 2002, schreibt Dirk Franke vom BdB in der jüngsten Ausgabe der Verbandszeitschrift »Die Bank«.

Neulinge enttäuschten mit Kurs

Für die Anleger, die ihr Geld in Börsenneulinge steckten, war 2001 kein allzu gutes Jahr. Zwischen dem jeweiligen Emissionspreis und dem Börsenkurs am 2.November lag im Schnitt ein Minus von gut 30 Prozent. Lediglich die Aktien von vier Unternehmen - darunter die der Deutschen Börse - verzeichneten den Angaben zufolge in diesem Zeitraum ein Plus oder zumindest keinen Wertverlust.

Neuer Markt immer noch dominant

Bei den diesjährigen Börsenneulingen dominierten die Bereiche Bio- und Medizintechnik sowie Energieversorgung mit je vier Unternehmen. Finanzdienstleister, Logistik-Unternehmen und sonstige Dienstleister waren mit drei Gesellschaften ebenfalls relativ stark vertreten. Elf der 20 Unternehmen gaben ihr Debüt am Neuen Markt. Größte Börsengänge waren in diesem Jahr das Going Public der Deutschen Börse und des Frankfurter Flughafens Fraport.

Schwankungen kein Novum

Nach Einschätzung des Experten sind jährliche Schwankungen bei den Neuemissionen kein Novum. Zudem ist der Einbruch bei den Neuemissionen nicht nur auf Deutschland beschränkt. Weltweit fiel die Zahl der Börsengänge in den ersten drei Quartalen 2001 um 61 Prozent. Die Emissionserlöse schrumpften den Angaben zufolge von 155 Milliarden auf 60 Milliarden Dollar.