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Sparen mit Plan So kann sich jeder 100.000 Euro zusammensparen

Allein mit Sparschwein geht's leider nicht, aber wer Ausdauer hat, kommt auch mit kleinen Schritten ans Ziel.
Allein mit Sparschwein geht's leider nicht, aber wer Ausdauer hat, kommt auch mit kleinen Schritten ans Ziel.
© Ridofranz / Getty Images
Was kann ich tun, um in 10, 20 oder 30 Jahren 100.000 Euro auf dem Konto zu haben? Die Finanzexperten der Stiftung Warentest erklären, wie man das anstellt und wieviel man jeden Monat sparen muss.

Wer würde nicht gerne in ein paar Jahren 100.000 Euro auf dem Konto haben? Die Vorstellung mag gerade für Menschen, die bislang kaum Ersparnisse haben, zu schön klingen, um wahr zu werden. Doch es ist möglich – und das ganz ohne Lottospielen und riskante Wetten auf Bitcoins oder ähnliches.

Einen seriösen Weg erklären die Experten der Stiftung Warentest in der aktuellen "Finanztest"-Ausgabe. Um das Sparziel 100.000 Euro mit vertretbarem Risiko zu erreichen, braucht es demnach drei Dinge: Aktienfonds, Zinsanlagen und ein paar Jahre Ausdauer. 

Finanztest empfiehlt Aktien-ETF

Ganz ohne Risiko geht es natürlich nicht, denn um sein Geld zu vermehren, kommt man um Aktien nicht herum. Die Finanztest-Experten empfehlen dabei den kostengünstigsten und risikoärmsten Weg an die Börse: Börsengehandelte ETF, die die Wertentwicklung eines breiten Index nachvollziehen – vorzugsweise einen ETF auf den MSCI World. Um das Risiko von Kursschwankungen abzufedern, können Anleger einen Teil des Ersparten zudem in sicheres Tages- oder Festgeld anlegen, auch wenn es dort derzeit praktisch keine Zinsen gibt.

Aber wieviel Geld muss man nun jeden Monat sparen, um in einem gewissen Zeitraum auf 100.000 Euro zu kommen? Das hat die Stiftung Warentest für verschiedene Spartypen und Szenarien durchgerechnet. Da sich die Zukunft nicht voraussagen lässt, legen die Warentester ihren Berechnungen die Renditen der Vergangenheit seit 1969 zugrunde. Als Faustregel lässt sich festhalten: Wer 30 Jahre einen Aktien-ETF bespart, konnte in der Vergangenheit trotz aller Krisen im Schnitt eine Rendite von 7 Prozent im Jahr erwarten. 

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So viel müssen Sie im Monat sparen

Für ihre Simulationsrechnungen ließen die Warentester ein Computerprogramm 5,4 Millionen Depotverläufe der Vergangenheit analysieren, um konkrete monatliche Sparsummen zu ermitteln, mit denen man das Sparziel 100.000 Euro voraussichtlich erreichen kann. Hier sind einige Beispiele.

Die Vorsichtigen: Wer die Schwankungen der Börse abfedern will und deshalb nur die Hälfte seiner monatlichen Sparrate in Aktien steckt, die andere Hälfte in sicheres Fest- oder Tagesgeld, nähert sich dem Ziel 100.000 langsamer und stetiger. Legt er jeden Monat 280 Euro zurück, so erreicht er das Ziel im Schnitt nach 20 Jahren. Im Schnitt bedeutet: Die Hälfte der Sparer hatte in der Vergangenheit mit diesem Einsatz nach 20 Jahren mindestens diese Summe erspart. Gibt sich der Vorsichtige 30 Jahre Zeit, bräuchte er im Schnitt nur 150 Euro monatlich sparen. Soll das Ziel schon nach 10 Jahren erreicht sein, braucht er 660 Euro.

Die Risikobewussten: Wer seinen Sparplan komplett auf Aktien ausrichtet, kommt bei größeren Schwankungen im Schnitt schneller ans Ziel. Bei einer Spardauer von 20 Jahren reicht nun im Schnitt ein Sparplan über 190 Euro monatlich, um die 100.000 Euro zu erreichen. Bei 10 Jahren Spardauer braucht er 530 Euro, bei 30 Jahren Laufzeit nur 80 im Monat.

Die Einmalanlage: Komfortabler ist die Situation für Menschen, die bereits einen Kapitalgrundstock haben – etwa weil sie eine größere Summe geerbt haben. Sie können direkt einen größeren Batzen anlegen und von stärkeren Zinseszinseffekten profitieren. Der vorsichtige Erbe, der 50 Prozent in Aktien steckt, wäre rechnerisch mit 65.100 Euro Einmalanlage nach 10 Jahren am Ziel, mit 45.700 Euro nach 20 Jahren und mit 27.900 Euro nach 30 Jahren. Ist die Erbin risikobewusst und steckt alles in Aktien braucht sie für den 10-Jahres-Plan 45.100 Euro, auf 20 Jahre 24.000 Euro und auf 30 Jahre sogar nur einmal 9600 Euro anlegen. 

All diese Werte sind wie gesagt Durchschnittswerte auf Grundlage der Vergangenheit. In den Tabellen der Stiftung Warentest finden sich neben weiteren Spartypen zudem Beispiele, wie sich die Rechnung verändert, wenn man Sicherheitspuffer einbaut, in Krisen oder Boomphasen einsteigt, vorzeitig aussteigt und was man über Kosten, Steuern und Inflation wissen muss.

Den gesamten Test lesen Sie auf www.test.de


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